Oerlikon mit hohem Wachstum

Roland Fischer
Oerlikon-CEO Roland Fischer. (Foto: Oerlikon)

Zürich – Der Industriekonzern Oerlikon hat im vergangenen Jahr bei Auftragseingang und Umsatz deutlich zugelegt. Die Investitionen blieben jedoch hoch und die operative Marge kam über das Vorjahresniveau nicht hinaus. Nach dem Verkauf der Sparte Drive Systems und einem dadurch höheren Reingewinn werden die Aktionäre mit einer Sonderdividende belohnt.

Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um gut ein Viertel auf 2,61 Milliarden Franken und der Auftragseingang um knapp ein Viertel auf 2,73 Milliarden. Beim Betriebsergebnis (EBITDA) legte der Konzern in ähnlicher Grössenordnung auf 406 Millionen zu, dies bei einer unveränderten Marge von 15,6 Prozent.

Unter dem Strich resultierte ein um 62 Prozent höherer Reingewinn von 245 Millionen. Grund für den überdurchschnittlichen Anstieg ist u.a. der Verkauf der Sparte Drive Systems im vergangenen Jahr. «Im Jahr 2018 haben wir in vielen Aspekten deutliche Fortschritte erzielt und unsere Strategie umsetzen können», sagte Unternehmenschef Roland Fischer dazu an der Bilanzkonferenz am Dienstag in Zürich.

Sonderdividende von 0,65 Franken
Den Aktionären wird die Ausschüttung einer deutlich höheren Dividende von 1,00 Franken (VJ 0,35) je Aktie vorgeschlagen. Darin ist eine einer Sonderdividende von 0,65 Franken enthalten als Beteiligung am Verkauf von Drive Systems.

Das grössere Segment Surface Solutions steigerte den Umsatz um gut 10 Prozent auf 1,51 Milliarden Franken. Wachstum wurde in allen Regionen und Branchen erzielt, insbesondere in der Luft- und Raumfahrt, in der allgemeinen Industrie sowie in den USA. Die EBITDA-Marge sank hingegen auf 18,6 Prozent (VJ 20,1%). «Im Segment Surface Solutions haben wir in neue Produkte und in die Erschliessung von neuen Märkten und Kunden investiert», sagte der Unternehmenschef.

Bei Manmade Fibers wuchs der Umsatz um 57 Prozent auf 1,01 Milliarden Franken und die Marge verbesserte sich deutlich auf 11,7 Prozent (VJ 8,0%). Das Wachstum kam vor allem aus den Filamentanlagen für China. Aber auch das Geschäft in den USA und in Lateinamerika sei gut gewesen. Die Nachfrage nach Teppichgarnanlagen aus den USA war stabil und das Vliesstoffgeschäft habe eine eindrucksvolle Zunahme gezeigt.

Für beide Segmente sei der chinesische Markt weiter intakt, betonte Fischer. «Wir sind dem Thema Handelsstreit zwischen USA und China nicht stark ausgesetzt und direkt kaum durch Zölle betroffen. Die reale Situation stellt sich für uns oft weniger schlecht dar, als es die Stimmung bei manchen Marktteilnehmern vermuten lässt.»

Arbeiten intensiv an Akquisitionen
Fischer will nicht nur weiter in die bestehenden Bereiche investieren, sondern die Stellung des Unternehmens auch durch Zukäufe stärken. «Wir arbeiten intensiv am Thema Akquisitionen und halten insbesondere bei neuen Technologien Ausschau nach geeigneten Kandidaten», sagte er. Dabei gehe man aber verantwortungsvoll und überlegt vor und bezahle auch nicht jeden Preis. Auch nach der Ausschüttung der Sonderdividende habe man genügend Mittel für Zukäufe.

Mit Blick auf das laufende Jahr erwartet der Konzern solides Wachstum, dies trotz der Signale für eine weitere Abschwächung der Weltwirtschaft. Insgesamt wird ein Bestellungseingang und ein Umsatz von über 2,7 Milliarden Franken und eine EBITDA-Marge nach Investitionen und Wachstumsinitiativen von über 16 Prozent in Aussicht gestellt.

Insbesondere die deutliche Steigerung bei Manmade dürfte sich dabei nicht wiederholen. Hier arbeite man bereits an der Kapazitätsgrenze und eine Erhöhung sei nicht geplant. Fischer rechnet mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Die Marge könnte nochmal um 100 Basispunkte steigen. Bei Surface Solutions wird eine Steigerung des Auftragseingangs um rund 4 Prozent und beim Umsatz um 4 bis 6 Prozent gerechnet. Die Marge auf Stufe EBITDA soll zwischen 19 bis 21 Prozent liegen.

Die Analysten sprechen von soliden Zahlen und werten die Sonderdividende positiv. Trotzdem verloren die Oerlikon-Aktien am Dienstag in einem praktisch unveränderten Gesamtmarkt 0,2 Prozent auf 13,56 Franken. (awp/mc/ps)

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