Polyphor mit Verlust im ersten Halbjahr

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Polyphor-CEO Giacomo Di Nepi. (Foto: Polyphor)

Allschwil – Polyphor hat im ersten Semester 2019 einen Verlust geschrieben. Da die Pharmagesellschaft noch keine eigenen Medikamente auf dem Markt hat, ist das nicht überraschend. Wichtiger ist, wie lang die liquiden Mittel noch reichen.

Und diese bezifferte Polyphor am Mittwoch auf 97,2 Millionen Franken per Ende Juni 2019. Der monatliche „Cash-Burn“ wird mit 5,9 Millionen Franken angegeben. Das ist der durchschnittliche monatliche Mittelabfluss für die operative Geschäftstätigkeit und die Investitionstätigkeit. Die Betriebskosten kletterten gleichzeitig im Halbjahr um 7 Millionen auf 28 Millionen Franken in der Berichtsperiode. Alleine auf die Forschung & Entwicklung entfielen 25,3 Millionen.

Kaum aussagekräftig sind die sonstigen Zahlen aus der Erfolgsrechnung, da die Gruppe mitten in der Entwicklungsphase steckt und keinen Umsatz erzielt. Unter dem Strich erhöhte sich der Verlust auf 27,9 Millionen nach einem Minus von zuvor 20,8 Millionen.

Strategie neu ausgerichtet
Polyphor hat turbulente Monate hinter sich. Im Mai musste das Unternehmen bei klinischen Studien mit dem Wirkstoff Murepavadin wegen Sicherheitsbedenken die Reissleine ziehen. Das Mittel sollte – in einer intravenösen Formulierung – zur Behandlung von im Krankenhaus erworbenen Lungenentzündungen zum Einsatz kommen.

Das Unternehmen konzentriert sich nun auf seinen Krebskandidaten Balixafortide und Aktivitäten im Bereich Antibiotika. Die klinische Phase-III-Studie mit Balixafortide bei einer bestimmten Form von Brustkrebs (MBC) schreite gut voran, heisst es dazu. Die ersten Ergebnisse dazu werden im ersten Quartal 2021 erwartet.

Polyphor hofft auf eine beschleunigte Zulassung in den USA. Alleine in der Kombination mit Eribulin habe das Mittel ein geschätztes Marktpotential von 1,3 Milliarden US-Dollar. Dieses könnte gar auf 6 bis 7 Milliarden steigen, wenn den Wirkstoff in anderen Kombinationstherapien eingesetzt werden könne, zum Beispiel mit Taxanen.

Daneben werde die Anwendung von Murepavadin bei Zystischer Fibrose weiterentwickelt. Die Aktivitäten mit intravenösen Murepavadin sollen hingegen auf kostengünstige präklinische Experimente reduziert werden. Polyphor werde später die Möglichkeit bewerten, das Produkt wieder weiterzuentwickeln.

Tiefere Kosten erwartet
Ferner gibt es einige Wechsel im Management. So löst Hernan Levett per 1. Oktober Kalina Scott auf der CFO-Position ab. Levett ist heute Finanzchef bei Auris Medical. Auf den gleichen Termin hin wurde François Ringeisen zum Head of Medical & Clinical Sciences Oncology ernannt. Schliesslich ist Frank Weber am 1. September aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden, um die Position des Chief Medical and Development Officer zu übernehmen.

Das Unternehmen geht in diesem Jahr von tieferen F&E-Kosten aus. Die Prognose für die Betriebskosten wurden auf 60 bis 65 Millionen Franken gesenkt. Im Frühjahr noch hatte Polyphor mit Kosten bis zu 80 Millionen gerechnet. Die Cash-Position per Ende wird auf 68 bis 72 Millionen geschätzt. (awp/mc/pg)

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