Post soll bei Kiosk-Artikeln Mass halten

Poststelle
Poststelle. (© Foto: Die Schweizerische Post)

Kioskangebote in einer Poststelle. (© Foto Die Schweizerische Post AG)

Bern – Die Post könnte künftig weniger Kioskartikel und andere Drittprodukte verkaufen dürfen. Der Bundesrat will prüfen, ob und wie der Bund als Eigner erreichen kann, dass die Post beim Sortiment Mass hält. Er beantragt dem Parlament, ein entsprechendes Postulat anzunehmen.

Die Forderung kommt von der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates (KVF). Die unternehmerische Freiheit der Post sei grundsätzlich zu begrüssen, hält diese in ihrem Vorstoss fest. Allerdings habe die Post die Grenzen nun gar weit gesetzt. In vielen Poststellen und im Onlineshop dominierten die Drittprodukte.

Dies könne zu Marktverzerrungen führen, kritisiert die KVF, denn der grösste Teil der Drittprodukte werde auch von privaten Firmen verkauft. Ausserdem werde das Personal der Post zunehmend in Verkaufs- und Promotionssituationen gebracht, für welche es nicht hinreichend geschult sei.

Nach dem Willen der Kommission soll der Bundesrat insbesondere prüfen, ob er bei der Festlegung der strategischen Ziele für die Post auf eine Beschränkung hinwirken kann.

Rückgang im Kerngeschäft kompensieren
Der Bundesrat weist in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort darauf hin, dass die Post fast 90 Prozent ihres Umsatzes im Wettbewerb erwirtschafte und die Grundversorgung eigenwirtschaftlich erbringen müsse. Das Poststellennetz weise ein jährliches Defizit von rund 100 Mio CHF aus, gibt der Bundesrat zu bedenken.

Mit dem Verkauf von Drittprodukten könne die Post den Ertragsrückgang im Kerngeschäft zumindest teilweise kompensieren, Arbeitsplätze sichern und Tarifmassnahmen vermeiden. Trotzdem zeigt sich der Bundesrat bereit, den Prüfauftrag entgegen zu nehmen.

Post will Sortiment straffen
Die Post hat allerdings bereits auf die Kritik an ihrem Sortiment reagiert. Sie gab im April bekannt, sie wolle das Angebot von Drittprodukten straffen. Demnach sollen in Schalterräumen nur noch Artikel mit einem Bezug zur Post verkauft werden.

Im April hat die Post eine Testphase in insgesamt 20 Filialen in der Deutschschweiz und in der Romandie begonnen. Je nach Ergebnis wird das Sortiment landesweit angepasst. Zum künftigen Sortiment gehörten dann Behördendienstleistungen, Versicherungen, Produkte für die Telekommunikation sowie Bücher, Schreibwaren und Geschenkkarten. Entfernt würden hingegen Produkte aus der Sparte Heimelektronik, Spielzeug sowie Artikel fürs Auto und für den Haushalt.

Die Post verkauft seit über 14 Jahren Drittprodukte. 2014 erzielte sie mit den Kiosk-Artikeln einen Umsatz von 508 Mio CHF. Das entspreche rund einem Drittel des Umsatzes in der Sparte Poststellen und Verkauf und sei eine wichtige Finanzierungsquelle für die Grundversorgung, argumentiert die Post. (awp/mc/ps)

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