Promarca: Starker Franken belastet die Markenartikelindustrie

Anastasia Li-Treyer

Anastasia Li-Treyer Direktorin Promarca

Bern – Die Markenartikelindustrie spürt die Aufhebung des Euro-Mindestkurses.  Markenartikelhersteller in der Schweiz mussten im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatzverlust von 3,47% auf 12,47 Mia. Franken hinnehmen. Ein immenser Preisdruck  innovativen Produkten und im E-Commerce. Dies ergab eine Umfrage des Schweizerischen Markenartikelverbandes Promarca unter den 89 Geschäftsführern seiner Mitglieder.

Die alljährliche Barometer-Umfrage unter den Promarca Mitgliedern zeigt, dass der Standort Schweiz an Attraktivität verliert: Ein Viertel der Befragten rechnet damit, dass sich der Markt in den nächsten fünf Jahren stark negativ entwickelt – in den vergangenen Jahren erwarteten dies unter 10 Prozent der Markenunternehmen. Sorgen bereitet der Industrie die aktuelle Währungssituation. Der Wegfall der EuroMindestgrenze und der starke Preisdruck schlugen sich auf den Nettoumsatz (Schweiz und Export) der 89
Promarca Mitglieder nieder. Dieser ging 2015 um 3,47% auf CHF 12,47 Milliarden zurück. Der Export – in den vergangenen Jahren wichtigster Wachstumsmotor der Markenartikelindustrie – verzeichnete ein Minus von 1,59%. Der Personalbestand der Promarca Mitglieder bleibt mit 19‘573 Vollzeitstellen knapp auf Vorjahres-Niveau.

Die Chancen der Markenartikelindustrie bleiben intakt – auch dank E-Commerce
Die Markenartikelhersteller bekennen sich trotz wirtschaftlich schwierigen Zeiten zum Produktionsstandort Schweiz: 28% der Unternehmen weiten ihre Investitionen in den nächsten zwölf Monaten aus, 52% sehen hierzulande ihr grösstes Wachstumspotenzial. Dabei wird der E-Commerce als Absatzkanal zunehmend bedeutsamer. Neben dem stationären Detailhandel sehen die Promarca Mitglieder im OnlineVertrieb das grösste Wachstumspotenzial – sei es via Online-Supermärkte oder einem eigenen virtuellen  Direktvertrieb. Ein Drittel der Promarca Mitglieder führt bereits einen eigenen Webshop – Tendenz steigend. „Der Webshop ist eine einmalige Gelegenheit für Markenartikelhersteller, dem Konsumenten ihr ganzes Sortiment zugänglich zu machen“, sagt Promarca-Direktorin Anastasia Li-Treyer. Ob online oder stationär – Markenunternehmen bleiben Innovationstreiber: Die Markenartikelindustrie lancierte im vergangenen Jahr 5‘819 neue Produkte, registrierte 80 Marken und reichte 7 Patente ein. Hier sind sich
die Promarca Mitglieder einig: Innovative Produkte bieten die grössten Wachstumschancen für den gesättigten Schweizer Markt und sind mittelfristig der beste Hebel, um die Wettbewerbsfähigkeit der Markenunternehmen zu sichern. (promarca/mc/cs)

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