Richemont H1: Milliardengewinn im Halbjahr – Neu Co-Chefs

Johann Rupert

Richemont-CEO Johann Rupert tritt im April 2013 zurück.

Genf – Der Luxusgüterkonzern Richemont hat im ersten Halbjahr 2012/13 deutlich zugelegt und vor allem den Reingewinn überproportional gesteigert. Das Umsatzwachstum schwächte sich allerdings im Jahresverlauf zusehends ab. An der Firmenspitze kommt es zu einem Wechsel: Die Position von Konzernchef Johann Rupert wird ab 1. April 2013 von dem Zweiergespann Richard Lepeu und Bernard Fornas ausgefüllt.

Der Umsatz wuchs in dem Ende September abgeschlossenen Semester um 21% auf 5,11 Mrd EUR. In Lokalwährungen (LW) nahmen die Verkäufe um 12% zu, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Für die ersten fünf Monate (April-August) hatte Richemont noch einen Umsatzanstieg in Euro von 23% und in Lokalwährungen von 13% ausgewiesen.

Und die Wachstumsraten haben sich zuletzt weiter zurückgebildet: Im Oktober ist der Umsatz in Euro noch um 12% und in Lokalwährungen um 7% gestiegen.

Währungsverluste
Der Bruttogewinn legte um 24% zu auf 3,31 Mrd EUR, die Bruttogewinnmarge betrug 64,8% nach 63,2% im Vorjahr. Der Betriebsgewinn EBIT erhöhte sich um 28% auf 1,38 Mrd und die entsprechende Marge verbesserte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 27,0%. Der Reingewinn schliesslich sprang um 52% auf 1,08 Mrd EUR. Je Aktie belief er sich auf 1,947 EUR nach 1,266 EUR. Die Gruppe hat mit den Zahlen die Schätzungen der Analysten in Sachen Profitabilität leicht übertroffen.

Richemont erlitt in der Berichtsperiode Währungs-Absicherungsverluste in Höhe von 142 Mio EUR. Demgegenüber fielen dank des stabilen EUR/CHF-Kurses keine Währungsverluste auf Finanzanlagen mehr an; diese hatten sich im Vorjahr auf netto 153 Mio belaufen.

Die Netto-Cash-Position per Ende September betrug 3,05 Mrd, nach 3,18 Mrd Ende März. Der operative Cash Flow wird für die Berichtsperiode auf 575 Mio EUR beziffert, nach 606 Mio im Vorjahr.

Umsatz in Europa kompensiert Asien
Die Gruppe habe in der Berichtsperiode von vorteilhaften Währungseffekten, erfolgreichen Neulancierungen sowie von ihrer starken Preissetzungsmacht profitiert, wird Executive Chairman und CEO Johann Rupert in der Mitteilung zitiert. Richemont rechne aber in der zweiten Jahreshälfte mit weniger vorteilhaften Währungseffekten. Dennoch soll weiter in den Ausbau der Produktionskapazitäten investieren werden.

Starkes Umsatzwachstum sei von den der Region Europa ausgegangen, dabei seien die Verkäufe besonders in den wichtigsten Tourismusdestinationen gut gelaufen. Die Verlangsamung in Asien sei zuletzt durch gute Verkäufe in Europa an asiatische Touristen kompensiert worden. Die Verkäufe der Region nahmen um 19% in EUR und um 23% in LW zu.

Nach zwei sehr starken Jahren hätten sich die Wachstumsraten in der Region Asien/Pazifik mit 9% in EUR und +21% in LW zuletzt abgeflacht, heisst es weiter. Die Region steuert 41% der Gruppenverkäufe bei. Nach zwei ebenfalls «herausragenden» Jahren hätten sich die Verkäufe auch in der Region Americas verlangsamt (+4% in EUR; +16% in LW). Japan wuchs um 4% (+18%).

Hohe Margen mit Schmuck und Uhren
In der Schmucksparte mit den Marken Cartier und Van Cleef and Arpels wuchs der Umsatz um 20% auf 2,61 Mrd, der operative Gewinn gar um 31% auf 958 Mio. Die operative Marge lag bei 36,7% nach 33,9% im Vorjahr. Mit Uhren (Vacheron Constantin, Baume & Mercier, Lange & Söhne oder IWC) setzte Richemont mit 1,46 Mrd EUR 25% mehr um. Die operative Marge wurde um deutliche 5,6 Prozentpunkte auf 32,2% verbessert.

Mit den Schreibwaren (Montblanc) setzte Richemont 10% auf 368 Mio mehr um, die Marge lag bei 14,4% (16,6%). Der Bereich Übrige mit den Accessoire-Marken Dunhill und Chloe oder dem Online-Portal Net-a-Porter wuchs um 24% auf 672 Mio, musste aber einen operativen Verlust von 15 Mio EUR ausweisen (VJ -17 Mio). (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.