Richemont steigert Umsatz deutlich

Johann Rupert

Richemont-CEO Johann Rupert.

Genf – Der Luxusgüterkonzern Richemont hat den Umsatz in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 in der Berichtswährung Euro um 29% gesteigert. In Lokalwährungen wuchs der Umsatz um 35%, teilte der Konzern am Mittwoch im Vorfeld der ordentlichen Generalversammlung mit.

Einmal mehr war die Region Asien-Pazifik (ohne Japan) der Wachstumstreiber des Geschäfts. Dort wuchs der Umsatz um 46% in Euro respektive 59% in Lokalwährungen. In den Regionen Americas verzeichnete Richemont Wachstumsraten von 26% respektive 41% und in Europa von 21% und 22%. Japan legte lediglich um 7% in Euro und 8% in Lokalwährungen zu.

Deutliche Absatzsteigerung in allen Segmenten
Nach Geschäftssegmenten wuchsen die Absätze im Bereich Schmuck mit den Marken Cartier und Van Cleef & Arpels in Lokalwährungen um 41%. Die Uhrenumsätze (IWC, Jaeger-LeCoultre, Piaget etc.) erhöhten sich derweil um 34% und mit Schreibwaren (Montblanc) setzte die Gruppe gegenüber dem Vorjahr 15% mehr um. Der Bereich Übrige mit den Accessoire-Marken Dunhill und Chloe oder dem Online-Portal Net-a-Porter wuchs mit 30%.

Markterwartungen übertroffen
Im Detailhandel stiegen die Umsätze in Lokalwährungen um 44% und im Grosshandelgeschäft nahm er um 27% zu. Die Netto-Cash-Position steht mit 2,6 Mrd EUR in etwa auf dem Niveau von Ende März. Mit den heute publizierten Wachstumsraten hat Richemont die Markterwartungen übertroffen. Die Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatzanstieg in Euro um 17% und in Lokalwährungen von knapp 22% gerechnet.

Schuldenprobleme in Europa werden sich auswirken
Den Verlauf für den Rest des Geschäftsjahres vorauszusagen, sei sehr schwierig, wird Executive Chairman und CEO Johann Rupert in der Mitteilung zitiert. Die Schuldenprobleme in der Eurozone dürften in den kommenden Monaten auch die Unternehmen zu spüren bekommen, vor allem wenn auch die Wachstumsmärkte davon betroffen sein werden.

Negative Auswirkungen der Frankenstärke
Unter diesen Umständen wäre es zu optimistisch zu glauben, dass sich die derzeit gute Entwicklung im Handel fortsetzen werde, so Rupert. Ausserdem werde die Vorjahresbasis für die Entwicklung der Richemont-Umsätze in den nächsten Monaten deutlich höher sein. Rupert geht zudem davon aus, dass der starke Schweizer Franken für Richemont weiterhin negative Auswirkungen haben wird. Richemont habe in der Schweiz einen Grossteil der Produktion, die Firmenzentrale und auch viele Marken (Maisons) hätten ihren Sitz in der Schweiz. Daher werde der Franken weiter auf die Margen drücken, so der Richemont-Chef.

Dennoch vorsichtig optimistische Aussichten
Für das erste Halbjahr (April bis September) rechnet die Gruppe allerdings noch mit einem deutlichen Anstieg beim Umsatz und beim operativen Gewinn. Aufgrund von Währungsverlusten bei der Umrechnung in der Bilanz sowie einem Bewertungsgewinn im Zusammenhang mit der Übernahme des Onlinehändlers Net-A-Porter von 101 Mio EUR in der Vorjahresperiode werde aber der den Aktionären zurechenbare Gewinn mehr oder weniger auf Vorjahresniveau liegen. (awp/mc/pg)

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