Richemont verbucht 24% mehr Umsatz im Quartal

Johann Rupert

Richemont-CEO Johann Rupert.

Genf – Richemont bleibt auf Wachstumskurs. Der Luxusgüterkonzern hat im Weihnachtsquartal von Oktober bis Dezember den Umsatz trotz bereits hoher Zahlen aus dem Vorjahr und trotz steigender konjunktureller Unsicherheiten um beinahe einen Viertel gesteigert. Die Gruppe rechnet im Gesamtjahr nach wie vor mit einem zum Vorjahr stark gestiegenen Betriebsgewinn.

Der Umsatz wuchs im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 (Oktober bis Dezember) um 24% auf 2,62 Mrd EUR. Zu konstanten Wechselkursen, also in Lokalwährungen, betrug das Wachstum ebenfalls 24%, wie der Luxusgüterhersteller am Montag mitteilte. Im Monat Dezember habe das Wachstum in Lokalwährungen und in Euro noch 21% betragen. Mit dem Umsatzausweis lag Richemont am oberen Ende der Markterwartungen. Analysten hatten im Durchschnitt mit 2,56 Mrd gerechnet, die Bandbreite der Schätzungen erstreckte sich von 2,47 bis 2,68 Mrd.

Solide Cash-Position
Auch das Wachstum in den ersten neun Monate darf sich sehen lassen, obwohl sich die Raten gegenüber jenen aus dem ersten Halbjahr abgeschwächt haben. Von April bis Dezember wuchs der Umsatz um 27% auf 6,83 Mrd (+31% in LW). In den ersten sechs Monaten erzielte der Konzern Wachstumsraten von 29% in Euro respektive 36% in Lokalwährungen. Weiter kann sich Richemont auf eine solide Cash-Position stützen. Die Netto-Cash-Position betrug Ende Dezember 2,9 Mrd EUR, nach 2,6 Mrd Ende März und 2,2 Mrd Ende Dezember 2010.

Asien bleibt Wachstumsmotor
Die Performance der Gruppe sei solide geblieben, wird Executive Chairman und CEO Johann Rupert in der Mitteilung zitiert. Richemont profitiere dabei weiterhin von der wachsenden Nachfrage nach Luxusgütern in Asien, insbesondere in Hong Kong und dem chinesischen Festland. In der Region Asien-Pazifik stiegen die Verkäufe im dritten Quartal in Lokalwährungen und in Euro um jeweils 36% auf 1,05 Mrd.

In der Region Europa (inkl. Mittlerer Osten und Russland) wuchs der Absatz um 16% (+15% in LW) auf 914 Mio. Hier seien die steigenden Umsätze mit Touristen ins Gewicht gefallen. Starkes Wachstum verzeichnete die Gruppe in Amerika. Richemont habe dort von einer guten Nachfrage nach Schmuck und Uhren sowie der guten Performance des Online-Portals Net-a-Porter profitiert. Der Amerika-Umsatz stieg um 23% (+24%) auf 382 Mio. In Japan wuchs der Absatz um 17% (+10%) auf 272 Mio.

Gefragte Luxusprodukte
Zum Wachstum hätten auch kreative Innovationen und die nach wie vor grosse Anziehungskraft der Richemont-Marken (Maisons) beigetragen, so Rupert weiter. In der Schmucksparte mit den Marken Cartier und Van Cleef and Arpels wuchs der Umsatz sowohl in Lokalwährungen als auch in der Berichtswährung um 25% auf 1,36 Mrd.

Mit Uhren (Vacheron Constantin, Baume & Mercier, Lange & Söhne oder IWC) setzte Richemont 28% (+27% in LW) mehr um. Der Uhrenumsatz lag bei 697 Mio. Im Bereich Übrige mit den Accessoire-Marken Dunhill und Chloe oder Net-a-Porter stieg der Umsatz um 30% (29%) auf 339 Mio. Dagegen legten die Schreibutensilien (Montblanc) nur um 2% (+1%) auf 220 Mio zu. Grund dafür sei die kontinuierliche Reduktion im Vertriebskanal Grosshandel und die schwache Nachfrage in den entwickelten Märkten.

Gewinnprognose bestätigt
Der Rückgang der Wachstumsraten gegenüber dem ersten Halbjahr führt Rupert auf die stetig gestiegene Umsatzbasis und die schwieriger werdenden konjunkturellen Verhältnisse zurück. Auffällig ist dies besonders in Asien, wo Richemont für die ersten neun Monate ein Plus von 50% (in LW) ausweist. Das Wachstum von 36% aus dem dritten Quartal dürfte laut Rupert eher dem langfristigen Trend entsprechen. Weiter bestätigte der Richemont-Chef frühere Aussagen zum erwarteten operativen Gewinn für das Gesamtjahr 2011/12. Dieser werde deutlich höher ausfallen als im Vorjahr. Damals erzielte der Konzern einen Betriebsgewinn von 1,36 Mrd. (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.