Ringier 2012: Gewinn deutlich gesteigert

Marc Walder

Ringier-CEO Marc Walder. (Foto: Ringier)

Zürich – Nachdem Ringier im Jahr 2012 die Führungs-Etage umstrukturierte, Kosten sparte und mehrere An- und Verkäufe tätigte, will sich das Medienhaus nun eine Verschnaufpause gönnen. Die geplante Internet-Bezahlschranke für den «Blick» wird zudem auf später verschoben.

Das vergangene Jahr sei ein wegweisendes Jahr gewesen, sagte Verleger Michael Ringier in Zürich. Es sei ein Jahr der Ankäufe und Verkäufe gewesen. Damit ist unter anderem die Akquisition der Stellenplattform jobs.ch zusammen mit Tamedia und der Verkauf des Betty-Bossi-Anteils an Coop gemeint.

2013 ein Jahr der Konsolidierung
Zudem baute Ringier die Führungsspitze um und verpasste sich eine neue Organisationsstruktur. Dabei wurden auch teure Doppelspurigkeiten abgebaut, die durch den Ankauf neuer Unternehmen entstanden waren. «In den letzten Jahren waren wir eines der aggressivsten Medien-Unternehmen», betonte Michael Ringier. So investierte die Gruppe alleine 2012 knapp 400 Mio (2011: 96 Mio; 2010: 150 Mio). Heute sei man gut aufgestellt, so dass das laufende Jahr nun im Zeichen der Konsolidierung stehe, erklärte der Verleger

Gewinn zeigt wieder nach oben
Die Kosteneinsparungen und Umstrukturierungen zeigten Wirkung: In der Berichtsperiode verdiente Ringier wieder deutlich mehr Geld als noch im Vorjahr. Nachdem der Gewinn 2011 auf 22,8 Mio CHF abgesackt war, kann das Medienhaus für 2012 ein Gewinnplus von 41% auf 32,2 Mio vermelden. Der EBITDA erhöhte sich um gut 55% auf 99,5 Mio, die entsprechende Marge betrug damit 9,1% nach 5,6% im Vorjahr.

Der Umsatz ging dagegen um 5,2% auf knapp 1,1 Mrd CHF zurück. Haupteinnahmequelle blieb auch 2012 das traditionelle Publishing-Geschäft, «bei dem wir immer noch mit beiden Füssen drinstehen», wie es Ringier ausdrückte.

18 % des Gesamtumsatzes mit digitalen Medien
Die Einnahmen aus dem digitalen Geschäft stiegen aber erneut an und betragen mittlerweile 18% (Vorjahr 13%) des Gesamtumsatzes. In der Schweiz lag der Digitalanteil bei 28% nach 23% im Vorjahr. Auch die Unterhaltungs-Sparte gewinnt an Bedeutung, da sie von der Konjunktur weniger abhängig ist als das klassische Mediengeschäft.

Zu Ringier Entertainment, das mittlerweile 8% des Umsatzes erwirtschaftet, gehört beispielsweise die Konzert-Organisation die Vermarktung von Sport-Ereignissen wie dem Schwergewichts-Boxkampf Klitschko gegen Thompson vom Juli in Bern und der Ticketverkauf (Ticketcorner).

Internet-Paywall: Ringier wartet ab
Ganz im Zeichen der Konsolidierung steht der Entscheid, das Projekt Internet-Bezahlschranke zu verschieben. Ringier wird die Paywall beim «Blick» nicht wie angekündigt diesen Herbst hochziehen, sondern diesen Schritt erst zu einem späteren Zeitpunkt vollziehen.

Man sei gerne Pionier, sagte Ringier. Aber bei diesem wichtigen Projekt warte man lieber noch etwas ab. Man wolle von anderen Medienhäusern lernen und beobachten, wie sich die Leser verhalten würden. Abschauen will Ringier nicht zuletzt bei der deutschen Boulevard-Zeitung «Bild», welche die Paywall im Sommer hochzieht.

Unklar sei zudem auch noch, welche Inhalte hinter die Bezahlschranke verschoben werden sollen und welche nicht. «Wenn man von den Lesern Geld will, muss man etwas Besonderes bieten.» Was dieses «Besondere» sein soll, muss Ringier erst noch klären. Am Entscheid, die Paywall hochzuziehen, hält das Medienhaus aber fest.  (awp/mc/pg)

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