Roche mit starkem Halbjahr

Severin Schwan
Roche-CEO Severin Schwan. (Foto: Roche)

Basel – Dem Pharmakonzern Roche ist mit den Zahlen zum ersten Halbjahr und einem erneut erhöhten Ausblick so etwas wie ein kleiner Befreiungsschlag gelungen. Wie CEO Severin Schwan am Donnerstag vor Journalisten erklärte, hat die gute Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten 2018 selbst das Management überrascht. Gleichzeitig wertet die Konzernleitung es als Bestätigung für den eingeschlagenen Weg und die jüngsten Markteinführungen.

Mit den Zahlen hat Roche auch besser als von Analysten erwartet abgeschnitten. Noch wichtiger: Dank der jüngsten Markteinführungen wie etwa dem Mittel Ocrevus zur Behandlung von Multipler Sklerose hat Roche die Umsatzerosion durch Nachahmerprodukte mehr als ausgleichen können. Ein Punkt, der den Konzern zuletzt stark überschattet hat.

So hat Roche den Umsatz in den ersten sechs Monaten 2018 um 7 Prozent auf 28,1 Milliarden Franken gesteigert. Hierzu steuerte die grössere Geschäftssparte Pharma 21,8 Milliarden bei (+7 Prozent zu konstanten Wechselkursen). Im Bereich Diagnostics stehen Erlöse in Höhe von 6,3 Milliarden (+6 Prozent) zu Buche.

Neue Produkte treiben Pharmasparte an
Die Umsatzentwicklung der Pharmasparte wurde massgeblich durch die Verkäufe mit den Hauptwachstumsträgern Ocrevus, Tecentriq, Alecensa und Perjeta getrieben. Das MS-Mittel Ocrevus ist mit einem Halbjahresumsatz von mehr als einer Milliarde Franken schon jetzt ein Blockbuster. So werden Medikamente bezeichnet, die einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde erreichen. «Ocrevus ist die beste Neueinführung in unserer Unternehmensgeschichte», erklärte Roche-Chef Schwan denn auch nicht ohne Stolz.

Vor allem ist die Fahnenstange mit den jetzt erzielten Wachstumsraten noch nicht erreicht, da das Mittel erst seit Anfang des Jahres in der EU zugelassen ist. Hier rechnet Schwan ab der zweiten Jahreshälfte mit deutlich anziehenden Umsätzen.

Aber auch das Krebsmittel Perjeta gehört zu den neuen Medikamenten, mit denen Schwan der Umsatzerosion seiner Blockbuster Mabthera/Rituxan und Herceptin entgegensteuern will. Mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden Franken ist auch Perjeta ein Blockbuster. Das Mittel soll vor allem dazu beitragen, Roches führende Stellung in der Indikation Brustkrebs zu verteidigen.

Ein wichtiges Thema für die weitere Zukunft von Roche ist auch das Immuntherapeutikum Tecentriq. Hier macht der Pharma-Chef O’Day deutlich, dass man mit Tecentriq auch weiterhin zu den führenden Wettbewerbern in der Branche gehöre. «Man kann nicht in allen Indikationen gleich wettbewerbsfähig sein, aber unter dem Strich spielen wir auch hier weiter ganz vorne mit», erklärt der Manager gegenüber AWP am Rande der Medienkonferenz.

Umsatz von Mabthera wegen Biosimilars in Europa halbiert
Diesen positiven Entwicklungen stehen allerdings Umsatzeinbussen von 9 Prozent auf 3,5 Milliarden Franken beim Blockbuster Rituxan/Mabthera gegenüber. Alleine in Europa brachen die Umsätze des Krebsmedikamentes um knapp die Hälfte ein. Und die Erosion dürfte sich durch eine weitere Verbreitung von Biosimiliars noch weiter verschärfen.

Für den zweiten Blockbuster, Herceptin, geht Schwan für die zweite Jahreshälfte von beschleunigten Umsatzeinbussen aus, da immer mehr Nachahmerprodukte auf den Markt kommen.

Ausblick für Umsatz und Gewinn erhöht
«Dank Mabthera/Rituxan haben wir aber jetzt eine klarere Vorstellung darüber, wie diese Erosion vonstattengehen könnte», sagt Schwan. «Dass wir vor diesem Hintergrund dennoch unsere Prognose erhöhen, zeigt unser Vertrauen in die Zukunft.»

Für den weiteren Geschäftsverlauf erwartet Roche so neu zu konstanten Wechselkursen ein Verkaufswachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim Kerngewinn je Titel wird ein Wachstum im mittleren Zehnerbereich angestrebt. Ohne die Auswirkungen der Steuerreform in den USA wird ein Wachstum des Kerngewinns je Aktie auf dem Niveau der Umsatzentwicklung angestrebt.

An der Börse wurde den Zahlen von Roche und insbesondere dem erhöhten Ausblick applaudiert. Der Genussschein stand zu Handelsschluss in einem festen Gesamtmarkt 1,5 Prozent höher. (awp/mc/ps)

Roche

Firmeninformationen bei monetas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.