Sandoz setzt auf breites Portfolio für weiteres Wachstum
Basel – Sandoz sieht sich nach einem starken ersten Halbjahr gut positioniert für weiteres Wachstum. Die Halbjahreszahlen bestätigten den eingeschlagenen Kurs, nun soll vor allem das Biosimilar-Geschäft zusammen mit einer breiten Produktepipeline und dem Einstieg in den GLP-1-Markt die Dynamik in den kommenden Jahren stützen.
Im ersten Halbjahr 2026 erzielte der Generika- und Biosimilarhersteller den Umsatz auf 5,8 Milliarden US-Dollar, wie er am Mittwoch mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen entsprach dies einem Plus von 5 Prozent.
Wachstumstreiber war erneut das Biosimilar-Geschäft, dessen Erlöse währungsbereinigt um 20 Prozent zulegten. Gleichzeitig kehrte auch das Generika-Geschäft nach einer Schwäche im ersten Quartal, die vor allem auf das Geschäft mit Penicillin-Wirkstoffen zurückzuführen war, im zweiten Quartal auf den Wachstumspfad zurück.
Das margenstärkere Biosimilar-Geschäft stützte auch die Gewinnentwicklung im ersten Semester. Der Kern-Betriebsgewinn (Core EBITDA) von 1,2 Milliarden US-Dollar lag um 9 Prozent über dem Vorjahreswert. Die entsprechende Marge kam bei 20,9 Prozent zu liegen nach 20,0 Prozent im Vorjahreszeitraum. Den Ausblick für 2026 bestätigte Sandoz.
Wachstum dank breiter Aufstellung
Für Konzernchef Richard Saynor bilden die Halbjahreszahlen die Grundlage für die nächste Wachstumsphase. Das künftige Wachstum werde nicht mehr nur von einzelnen Produkteinführungen abhängen, sondern zunehmend von der Breite des Portfolios und der Pipeline, wie er im Gespräch mit AWP sagte.
Die Biosimilar-Pipeline umfasst inzwischen 36 Entwicklungsprojekte, fünf davon befinden sich bereits im Zulassungsverfahren oder unmittelbar vor der Markteinführung. «Wir werden in Zukunft jedes Jahr mehrere Biosimilars und Generika in zahlreichen Märkten einführen», sagte Saynor im Gespräch mit AWP.
Finanzchef Remco Steenbergen erwartet derweil, dass Sandoz in den kommenden fünf Jahren jährlich mehr Biosimilars auf den Markt bringen wird als bisher. Gleichzeitig dürfte der Anteil der margenstärkeren Biosimilars am Gesamtumsatz weiter steigen und damit auch das organische Wachstum des Konzerns beschleunigen.
Anders als klassische Pharmaunternehmen sei Sandoz nicht von einzelnen Blockbuster-Produkten abhängig, sondern von einem breit diversifizierten Portfolio, das kontinuierlich neue Produkte hervorbringe, betonte der Finanzchef.
Stabile Cashflows dank Generika
Auch das Generika-Geschäft bleibt nach Angaben des Managements ein zentraler Pfeiler der Strategie. Es soll weiterhin für stabile Cashflows und Skaleneffekte sorgen und damit den Ausbau des Biosimilar-Portfolios finanzieren.
Als weitere Wachstumschance sieht das Unternehmen den Einstieg in den Markt für GLP-1-Medikamente. Nach der Zulassung von Semaglutid in Brasilien soll das Präparat noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Einen nennenswerten Ergebnisbeitrag erwartet das Management zwar erst ab 2027, sieht darin jedoch einen zusätzlichen Wachstumstreiber neben der bestehenden Biosimilar-Pipeline.
Entsprechend optimistisch äusserten sich Saynor und Steenbergen für die Jahre 2027 und 2028. Zwar gibt Sandoz hierfür noch keine konkrete Prognose ab, beide Manager rechnen jedoch mit einer anhaltend positiven Entwicklung. Damit stellen sie sich gegen Erwartungen einiger Marktbeobachter, die nach 2026 mit einer Abschwächung des Wachstums rechnen.
An der Börse zünden die Aktien ein kleines Feuerwerk mit +8,6 Prozent kurz vor Mittag. Die soliden Zahlen zusammen mit dem bestätigten Ausblick seien beruhigend und ermutigend, heisst es in Analystenkommentaren. Vor allem aber sehe die eigentliche grosse Welle der Patentabläufe für biologische Medikamente erst noch bevor, betont der Analyst der ZKB. Dies verspreche weiteres Wachstum. (awp/mc/pg)