Schindler 2013: Betriebsgewinn bei höherem Umsatz rückläufig

Silvio Napoli, CEO Schindler. (Bild: Schindler/mc)

Ebikon – Schindler hat 2013 mehr Aufträge an Land gezogen und den Umsatz gesteigert. Gleichzeitig ging der EBIT zurück. Der Konzerngewinn wurde wie angekündigt durch die Abschreibungen auf die Beteiligung an Hyundai Elevator deutlich geschmälert. Für 2014 rechnet Schindler mit einer Umsatzsteigerung im Rahmen des Vorjahres und weiteren Kosten für Investitionen in die Wachstumsmärkte.

Der Lift- und Rolltreppenhersteller hat im Geschäftsjahr 2013 einen um 6,7% höheren Umsatz von 8,81 Mrd CHF erwirtschaftet. Der Auftragseingang verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,5% auf 9,46 Mrd, wie das Unternehmen am Freitag mitteilt. In Lokalwährung gerechnet betrugen die Anstiege 8,4% bzw. 7,2%. Gegen Jahresende beschleunigte Schindler die Produktion. Das Umsatzplus im vierten Quartal war mit 8,1% stärker als im Gesamtjahr.

Trotz der schwierigen Entwicklung der Märkte in Europa sei es gelungen, den Auftragseingang in Europa auf Vorjahresniveau zu halten und überall sonst zu steigern, heisst es in der Mitteilung. Der Erfolg der Wachstumsstrategie werde durch die hohen Wachstumsraten in China und Indien unterstrichen, welche das entsprechende Marktwachstum deutlich übertrafen.

Ausbau der Wachstumsmärkte
Das Wachstum schlug sich allerdings nicht im Betriebsergebnis nieder. Auf Stufe EBIT sank es um 9,5% auf 896 Mio CHF. Die entsprechende Marge nahm auf 10,2% von 12,0% im Vorjahr ab. Somit sei es nicht gelungen, im Rahmen der Wachstumsstrategie auch den operativen Gewinn zu steigern, schreibt Schindler. Gründe seien neben dem starken Schweizer Franken Ausgaben für den stragegischen Ausbau der Wachstumsmärkte von rund 30 Mio CHF und Kosten für Restrukturierungen von 25 Mio CHF. Zudem kämpfe der Konzern mit Preisdruck. Auch habe es Verzögerungen bei den Effizienzmassnahmen gegeben.

Den Reingewinn beziffert der Konzern auf 463 Mio CHF, 37% weniger als 2012. Der Gewinn wurde wegen der Abschreibung auf die Beteiligung am koreanischen Unternehmen Hyundai Elevator um 219 Mio CHF geschmälert. Schindler-Verwaltungsratspräsident Alfred Schindler schloss kürzlich weitere Abschreibungen auf die Beteiligung, die nun noch mit 135 Mio CHF in den Büchern steht, nicht aus. Ohne die Abschreibungen hätte laut der Mitteilung ein Reingewinn von 682 Mio CHF ausgewiesen werden können, 6,6% weniger als im Vorjahr.

Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Schätzungen der Experten beim Umsatz übertroffen, beim Auftragseingang knapp und beim EBIT deutlicher verfehlt. Die von AWP befragten Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 8,77 Mrd CHF und einen Auftragseingang von 9,59 Mrd CHF geschätzt. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT wurde von den Experten auf 918 Mio CHF veranschlagt.

Weitere Investitionen geplant
Für das Gesamtjahr 2014 rechnet das Management mit einer Umsatzsteigerung von rund 6% bis 8% in Lokalwährungen, nachdem der Auftragsbestand um 9% auf 7,72 Mrd CHF gewachsen sei. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien trotz zaghafter Wachstumszeichen weiterhin von hohen politischen und makroökonomischen Unsicherheiten geprägt, schreibt das Unternehmen. Das stärkste Wachstum erwartet Schindler weiterhin in Asien. Aber auch in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Nordeuropa sei mit einer leichten Verbesserung der Baukonjunktur zu rechnen. Für Südeuropa wird von einer Stabilisierung auf tiefem Niveau ausgegangen.

Eine Prognose für den Konzerngewinn 2014 werde Schindler erst mit der Publikation der Halbjahreszahlen 2014 im August bekannt geben. Laut der Mitteilung sei jedoch auch im laufenden Jahr mit Investitionen und Projektkosten zu rechnen. Schindler will die Wachstumsstrategie fortsetzen und die Marktstellung in den Wachstumsmärkten ausbauen, heisst es dazu in der Mitteilung.

Unveränderte Dividende
Aufgrund ausserordentlicher Beteiligungserträge sowie Anpassungen der Beteiligungsstrukturen wuchs der Reingewinn der Holding um 39% auf 765 Mio CHF. Der Dividendenvorschlag an die kommende Generalversammlung vom 17. März 2014 lautet auf 2,20 CHF je Namenaktie und Partizipationsschein und ist damit ebenso hoch wie im Vorjahr. Zudem hat der Verwaltungsrat beschlossen, der GV den ehemaligen CEO Jürgen Tinggren zur Wahl in das Gremium vorzuschlagen. Es sei vorgesehen, dass er Mitglied des Supervisory and Nomination Committee wird, heisst es weiter. Das derzeitige VR-Mitglied Lord Powell of Bayswater hat aus Altersgründen seinen Rücktritt zur kommenden GV erklärt. (awp/mc/ps)

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