Schindler übernimmt Mehrheit an chinesischem Joint Venture

Silvio Napoli, CEO Schindler. (Bild: Schindler/mc)

Ebikon – Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler übernimmt die Mehrheit am chinesischen Joint Venture XJ-Schindler. Analysten bewerten dies positiv. An der Börse entwickeln sich die Schindler-Papiere etwas besser als der Gesamtmarkt.

Schindler kann die Beteiligung am Joint Venture «XJ-Schindler (Xuchang) Elevator Co. Ltd» im laufenden Jahr auf 51% von 46% ausbauen. Dies habe man mit den bisherigen Mehrheitsaktionären vereinbart, teilte Schindler am Mittwochabend mit. Zum Preis wurden keine Angaben gemacht. Schindler hatte sich im Jahr 2011 am Unternehmen beteiligt.

Schindler erhalte darüber hinaus das Recht, in den kommenden drei Jahren jeweils weitere 5% des Unternehmens zu übernehmen, hiess es weiter. Damit könne die Beteiligung bis 2017 auf insgesamt 66% aufgestockt werden. Das Kaufrecht für die ersten 5% soll Anfang August ausgeübt werden. Die Transaktion untersteht aber noch der Genehmigung der chinesischen Behörden.

Anschliessend soll XJ-Schindler in der Konzernrechnung konsolidiert werden. Daraus entstehe ein geschätzter Neubewertungsgewinn von 100 Mio CHF nach Steuern auf der bestehenden Beteiligung von 46%. XJ-Schindler wird im laufenden Jahr gemäss den Prognosen einen Umsatz von über 300 Mio CHF erwirtschaften.

Besser in China positioniert
Die Meldung sei positiv, auch wenn der Schritt keine Überraschung darstelle, kommentieren die ZKB-Analysten. Ähnlich sehen es die Experten von Safra Sarasin: Damit stärke Schindler seine Position auf dem chinesischen Liftmarkt. Lob gibt es auch von der Bank Vontobel: Schindler könne nun das Joint Venture besser in die übrigen Aktivitäten in China integrieren.

China ist derzeit der wichtigste Markt für Lifte: Schindler-CEO Silvio Napoli bezifferte den Anteil von China am weltweiten Geschäft mit neuen Liften an der Bilanzmedienkonferenz im Februar auf 60%. Schindler erwartet, dass der chinesische Markt im laufenden Jahr um 8% wächst.

An der Schweizer Börse entwickeln sich die Schindler-Papiere leicht besser als der Gesamtmarkt: Um 10.00 Uhr stehen sie mit 0,15% im Plus und kosten 135,10 CHF. Der Gesamtmarkt (SPI) notiert gleichzeitig 0,10% tiefer. Gehandelt sind bislang gut 18’500 Papiere.

Der Wechsel von der Minderheits- zur Mehrheitsbeteiligung ist auch deshalb interessant, weil Schindler in Korea mit einer Minderheitsbeteiligung nach wie vor grossen Ärger hat. Anfang Juli musste Schindler weitere 40 Mio CHF abschreiben. Bereits im Geschäftsjahr 2013 hatte Schindler insgesamt 219 Mio CHF an der Beteiligung abgeschrieben. (awp/mc/ps)

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