Schmolz+Bickenbach: Zukunft soll einvernehmlich geklärt werden

Schmolz+Bickenbach

Emmenbrücke – Der Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach und die Gründerfamilien wollen im Machtkampf um das Unternehmen reinen Tisch machen. Sie haben eine Vereinbarung über das weitere Vorgehen im Bezug auf das Übernahmeangebot des russischen Investors Viktor Vekselberg abgeschlossen.

Die Gründerfamilien, die mit ihrer Schmolz+Bickenbach KG (S+B KG) rund 15% der Aktien halten, haben sich mit Vekselberg zusammengetan und wollen mithilfe seiner Kapitalgesellschaft Renova die Kontrolle des Unternehmens übernehmen. Dagegen wehren sich der Verwaltungsrat von Schmolz+Bickenbach unter der Leitung von Hans-Peter Zehnder sowie mehrere kleinere Aktionäre.

Die Generalversammlung Ende Juni konnte der Verwaltungsrat für sich entscheiden. Unter anderem stimmten die Aktionäre einer Kapitalerhöhung um 330 Mio CHF zu – die Erben der Unternehmensgründer und Vekselberg hatten eine Erhöhung um 434 Mio CHF gefordert. Zudem wurde der Verwaltungsrat wiedergewählt. Allerdings erwirkte S+B KG nach der Generalversammlung eine Registersperre, so dass die Beschlüsse blockiert sind.

Kurze Zeit später publizierte Renova, die momentan 25% am Konzern hält, ein öffentliches Übernahmeangebot. Die Angebotsfrist läuft bis Ende August.

Due-Diligence-Prüfung
Die nun getroffene Vereinbarung sieht vor, dass S+B KG und Renova eine Due-Diligence-Prüfung des Stahlkonzerns durchführen können und unter der Leitung des Unternehmens mit Banken über eine Finanzierung verhandeln können, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Im Gegenzug lässt der Verwaltungsrat von Schmolz+Bickenbach das Übernahmeangebot von Renova durch eine so genannte Fairness Opinion von unabhängiger Seite beurteilen und will danach eine Empfehlung dazu abgeben.

Entscheid bis Mitte August
Die Gründerfamilien und Vekselberg haben bis Mitte August Zeit zu entscheiden, ob sie die an der Generalversammlung beschlossene Kapitalerhöhung mittragen oder ob sie ihrerseits eine umfangreichere Erhöhung mit Bezugsrechtsangebot und einer Festübernahme durch Renova vorschlagen wollen.

Ausserordentliche GV im September
Wie aus dem Communiqué weiter hervorgeht, soll im September eine ausserordentliche Generalversammlung stattfinden, um Klarheit über die Zukunft des Konzerns zu schaffen. Eine solche war allgemein erwartet worden, nachdem S+B KG die Beschlüsse der ordentlichen Generalversammlung blockiert hatte.

Der Verwaltungsrat vertrete weiterhin die Interessen des Unternehmens sowie der Publikumsaktionäre, erklärte er in der Mitteilung. Er werde weiterhin auf rechtlichem Weg eine Aufhebung der Registersperre anstreben. (awp/mc/pg)

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