Schmolz+Bickenbach kehrt im Q1 in die Gewinnzone zurück

Schmolz+Bickenbach

Emmenbrücke / Düsseldorf – Der sich im Umbau befindende Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach (S+B) hat im ersten Quartal 2014 den Umsatz nur leicht gesteigert, dafür aber erstmals seit zwei Jahren wieder einen Reingewinn erzielt. Auf die Umsatzentwicklung drückten die niedrigeren Preisniveaus in der Stahlbranche, während sinkende Finanzkosten das Ergebnis unter dem Strich stützten.

Der Umsatz stieg in der Berichtsperiode leicht um 0,5% auf 871,6 Mio EUR, demgegenüber lag die Absatzmenge mit 581 Kilotonnen um 9,6% über dem Wert des Vorjahres, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der im Vergleich zum Mengenwachstum geringe Umsatzanstieg erkläre sich mit den tieferen Rohmaterialpreisen, die über Schrott- und Legierungszuschläge an die Kunden weitergegeben würden.

Die Auftragseingänge haben derweil einen weiteren Zuwachs verzeichnet und somit knüpfe S+B an den Aufwärtstrend des vergangenen Jahres an, heisst es weiter. Per Ende März lag der Auftragsbestand mit 571 Kilotonnen um 26% über dem Wert von Ende Dezember und um 37% über dem Wert von Ende März 2013. Auch die Bruttomarge verbesserte sich weiter auf 34,1% (Q1 2013: 31,8%; Q4 2013: 32,2%).

Wieder mit Gewinn
Der um Restrukturierungsaufwendungen und Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) nahm auf 65,6 Mio EUR nach 47,2 Mio im Vorjahr zu. Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 7,5% (VJ 5,4%). Inklusive Sonderkosten betrug der EBITDA 63,8 Mio EUR (+37%) und der EBIT verdoppelte sich beinahe auf 34,0 Mio.

Den Finanzaufwand (netto) konnte S+B dank dem Schuldenabbau und wegen verbesserter Zinskonditionen um fast einen Drittel auf 15,0 Mio EUR senken. Die Nettoverschuldung sei derweil seit Jahresende um 61 Mio auf 610 Mio zurückgeführt worden. Unter dem Strich belief sich der Reingewinn auf 12,4 Mio nach einem Verlust von 7,7 Mio im Vorjahresquartal. Zuletzt wies S+B im ersten Quartal 2012 einen Gewinn aus.

S+B hat die Prognosen der Analysten mit dem Umsatz knapp verfehlt, mit den Ergebnissen aber übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 872 Mio EUR, für den unbereinigten EBITDA bei 59 Mio, für den EBIT bei 28 Mio und den Reingewinn auf 7,8 Mio.

Ausblick bestätigt
Am Ausblick für das laufende Jahr hält der Konzern fest und geht sowohl beim Umsatz als auch bei den Absatzmengen weiterhin von einem Anstieg zwischen 2 und 5% aus, während der bereinigte EBITDA 2014 im Rahmen von 190 bis 230 Mio EUR liegen dürfte. Das im letzten Jahr eingeleitete umfangreiche Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm werde konsequent fortgesetzt, so die Mitteilung. Daraus erwartet S+B Einmalkosten im niedrigen einstelligen Millionenbereich.

Bei den Rohmaterialpreisen habe sich die Situation teilweise entspannt. So seien die Legierungspreise, hauptsächlich beim Nickel, angestiegen. Die Basispreise blieben hingegen unter Druck. S+B glaubt aber, dass die Basispreise einen Boden erreicht haben, von dem aus einzelne Preiserhöhungen möglich sind. Ein flächendeckender Preisanstieg wird aber nicht erwartet.

Gleichzeitig habe man begonnen, die Refinanzierung des Konsortialkredits und des ABS-Finanzierungsprogramms auf den Weg zu bringen. Mehr Informationen dazu gebe es zu gegebener Zeit, heisst es weiter. S+B erwartet daraus eine deutliche Entlastung des Finanzergebnisses. (awp/mc/upd/ps)

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