Schweizer Aussenhandel im Februar gepuscht von Pharmaexporten

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(Bild: © Binkski - Fotolia.com)

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Bern – Der Schweizer Aussenhandel hat im Februar 2016 exportseitig deutlich zugelegt. Während vor allem im Pharmabereich ein deutliches Plus verzeichnet werden konnte, waren die Ausfuhren von Maschinen und Elektronik oder von Uhren weiter rückläufig. Da die Importe insgesamt zurückgingen, ergab sich im Berichtsmonat ein stark positiver Handelsbilanz-Saldo.

Die Ausfuhren legten nominal um 8,8% auf 17,6 Mrd CHF zu (real: +6,4%), arbeitstagsbereinigt – der diesjährige Februar hatte einen Arbeitstag mehr – waren es immerhin noch +3,7% bzw. +1,4%. Die Importe blieben dagegen um 2,6% unter dem Vorjahreswert (real -2,7%), arbeitstagbereinigt waren es jeweils gut 7% weniger. Aufgrund der gegenläufigen Ergebnisse von Exporten und Importen schloss die Handelsbilanz mit einem monatlichen Rekordüberschuss von 4,1 Mrd CHF, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte.

Die Gesamtexporte stiegen nicht nur gegenüber dem Vorjahr, sondern auch (saisonbereinigt) gegenüber dem Januar 2016 – und zwar um 1,7%. Aufgrund dieses vierten positiven Resultates in den letzten sechs Monaten habe sich der Aufwärtstrend bestätigt, so die EZV. Bei den Importen war die saisonbereinigte Entwicklung dagegen seit Mitte 2015 sprunghaft. Dies habe bis Dezember 2015 einen flachen Trend gegeben, seither sei er leicht negativ.

Uhrenexporte weiter schwach
Zum arbeitstagbereinigten Exportplus von knapp 4% trug gemäss den EZV-Angaben die Hälfte der Warengruppen bei. Richtungsweisend seien aber die um 940 Mio CHF gestiegenen Verkäufe von chemisch-pharmazeutischen Produkten (+14%) gewesen. Deutlich steigerte sich dabei die ausländische Nachfrage nach Roh- und Grundstoffen (+48%) sowie Medikamenten (+22%). Auch die Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten (+4%; v.a. nach Europa) wuchsen.

Rückläufig entwickelte sich hingegen der Absatz von Maschinen und Elektronik (-3%). Die Exporte von Geräten der Elektroindustrie (-6%) sanken stärker als jene von Maschinen (-2%). Den achten Monat in Folge gingen den Angaben zufolge die Exporte von Uhren (-8%) zurück – im Februar um 142 Mio CHF.

Die wichtigsten Absatzmärkte waren im Plus. Die Entwicklung bestimmte Nordamerika (+18%), wohin sich die Exporte um 455 Mio CHF erhöhten. Dies war gemäss den EZV-Angaben bedingt durch Mehrlieferungen in die USA (+23%; chemisch-pharmazeutische Produkte).

Die Ausfuhren in die EU legten um 2% zu. Während die Lieferungen in die Länder der Euro-Zone stiegen, beispielsweise in die Niederlande (+18%), nach Italien (+8%) oder Deutschland (+3%), gingen jene in die Länder ausserhalb der Euro-Zone (UK -8%) zurück. Auf dem Niveau von Februar 2015 blieben die Exporte nach Asien. Einerseits fragten China und Japan über 30% mehr Güter nach (pharmazeutische Produkte), andererseits Hongkong 29% weniger (Uhren und Bijouterie).

Preisbedingt weniger Energie-Importe
Bei den Importen liessen die Käufe von Energieträgern (-31%; real: -4%) am deutlichsten nach, wobei dies in erster Linie preisbedingt gewesen sei, so die EZV weiter. Um 18% sanken derweil die Einfuhren von chemisch-pharmazeutischen Produkten: Jene der pharmazeutischen Wirkstoffe brachen um 71% und jene der immunologischen Produkten um 28% ein. Ebenfalls rückläufig waren die Importe von Fahrzeuge (-2%) sowie Bijouterie und Juwelierwaren (-12%). Das Minus von 1% in der Maschinen und Elektronik war durch die rückläufigen Importe von Geräten der Elektroindustrie (-8%) verursacht, demgegenüber legten jene von Maschinen um 3% zu.

Aus den wichtigen Regionen reduzierten sich die Importe. Der Rückgang mit Lateinamerika betrug 37%, jener mit Nordamerika 13%. Weniger eingeführt wurde auch aus Europa (-7%). am meisten belasteten hier die stark gesunkenen Importe aus Irland (-726 Mio CHF; pharmazeutische Produkte), Grossbritannien (-24%) und Österreich (-12%) das Ergebnis. Nur leicht zurück gingen die Importe aus Asien, wobei es allerdings grössere Rückschläge bei Einfuhren aus Hongkong (-40%) und China (-5%) gab. Ein sattes Plus von 88% erreichten dagegen die Importe aus Katar. (awp/mc/upd/ps)

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