Schweizer Detailhandel leidet auch im Weihnachtsgeschäft

Ausverkauf
Im Januar dürfte es in den Schweizer Geschäften zu einer Rabattschlacht kommen. (Photo by Artem Beliaikin on Unsplash)

Zürich – Die neuen Corona-Beschränkungen vermasseln dem Schweizer Detailhandel das Weihnachtsgeschäft. Viele Läden blieben auf ihrer Ware sitzen, heisst es in der «NZZ am Sonntag» (NZZaS). Nun bliesen sie im Januar zu einer Schnäppchenjagd.

Nachdem der Bund und die meisten Kantone lange Zeit nichts von Einschränkungen im Detailhandel hätten wissen wollen, hätten sich ausgerechnet im Dezember die Ereignisse überschlagen, heisst es in der Zeitung. So wurden im für den Handel wichtigsten Monat Dezember die Sonntagsverkäufe gestrichen, die Anzahl Personen pro Quadratmeter heruntergefahren und die Ladenöffnungszeiten gekürzt.

Franz Carl Weber bleibt auf Spielzeugen sitzen
Allein die Spielwarenkette Franz Carl Weber sei auf 1,5 Millionen unverkauften Produkten sitzen geblieben, sagt CEO Roger Bühler in der NZZaS. Er habe sich darauf eingestellt, dass die Einschränkungen im Detailhandel erst nach Weihnachten kämen. Insgesamt hätten ihn die bundesrätlichen Massnahmen von Anfang Dezember 2,4 Millionen Franken an Umsatz gekostet.

Gemäss einer Schätzung einer Schätzung von Martin Brown, Finanzprofessor an der Universität St. Gallen, liegt das Weihnachtsgeschäft 2020 trotz Online-Boom 5 bis 10 Prozent unter demjenigen von 2019. Zudem bleibt unsicher, wann im Detailhandel wieder Normalität einkehrt – trotz beginnender Impfkampanien. «Im Frühling war nach dem Lockdown eine Erholung zu beobachten. Wann und ob es diese bei der zweiten Welle gibt, ist noch sehr offen», so Brown in der NZZaS.

Rabattschlacht im Januar
«Wir erwarten erste Anzeichen der Erholung im Frühling», heisst es in der NZZaS von Seiten der Warenhauskette Manor. Bis aber wieder «einigermassen Normalzustand» herrsche, werde es wohl Sommer oder Herbst. Der Franz Carl Weber plant derweil Spielnachmittage für Kinder, um das Geschäft wieder anzukurbeln. Geschäftsführer Bühler prognostiziert, dass es im April damit loslegen kann.

Allgemein dürfte es laut NZZaS im Januar und aber zu einer Rabattschlacht der Läden kommen. Diese müssten die zu viel eingekaufte Ware loswerden. Zudem verschöben sie Produkte aus Aargauer und Solothurner Filialen – wo die Geschäfte geschlossen sind – in andere Kantone. Der Ausverkauf werde in den Städten zu mehr Rummel führen, als Epidemiologen lieb ist. (awp/mc/pg)

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