Schweizer Händler im Coronajahr 2020 zumeist mit Einbussen

Schweizer Händler im Coronajahr 2020 zumeist mit Einbussen
Gefragt waren in der Coronakrise die Spielwaren mit 13 Prozent mehr Umsatz im letzten Jahr.

Basel – Schweizer Händler blicken auf ein herausforderndes Jahr 2020 zurück. Bis auf wenige Bereiche wie Spielwaren, Holz oder Elektrofahrzeuge wurden zumeist weniger Waren verkauft, wie ein Gesamtüberblick des Dachverbands Handel Schweiz zeigt.

Handel Schweiz hat die Einschätzungen von Verbänden aus 19 unterschiedlichen Branchen zur Marktlage und zum Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr zusammengetragen. Dabei hätten die meisten Branchenvertreter über streckenweise stark rückläufige Verkäufe berichtet, heisst es in der Mitteilung vom Montag. Insgesamt vertritt der Dachverband 33 Branchenverbände.

Einbruch des Duty Free-Geschäfts
Die wochenlangen Schliessungen der Läden habe viele Händler in Schwierigkeiten gebracht, heisst es weiter. So seien etwa die Verkäufe von Foto- und Video-Kameras oder mit Lederwaren gesunken. Und im Fachhandel mit Zigarren und Genussmitteln brachen sie um einen Fünftel ein, wogegen der Grosshandel das Volumen halten konnte. Hart traf es dabei Duty Free-Läden mit 90 Prozent weniger Umsatz.

Im Textilhandel habe sich der Einzelhandel den Angaben zufolge im vergangenen Jahr stabil gezeigt und auf dem üblichen Umsatzniveau bewegt, wobei sich der Handel mit Berufslkeidung positiv entwickle. Nach den Corona-Einschränkungen vom Herbst liege aber die Winterkollektion immer noch in den Läden und in den Lagern und sei kaum mehr zu verkaufen. Und auch die Nachfrage für die nächste Kollektion sei gering.

Während der Verkauf von Lebensmitteln mit dem zeitweise Stillstand des Einkaufstourismus im grenznahen Ausland stabil geblieben ist, bereiten die geschlossenen Restaurants dem Weinhandel grosse Sorgen. In der Gastronomie und im Fachhandel büssten die Weinhändler bis zu 45 Prozent an Umsatz ein. Zugelegt hätten die Weinverkäufe nur im Detailhandel, heisst es.

Gefragte Spielwaren
Gefragt waren in der Coronakrise die Spielwaren mit 13 Prozent mehr Umsatz im letzten Jahr. Dabei werde inzwischen beinahe 40 Prozent der Produkte übers Internet verkauft werden. Die Schweiz habe diesbezüglich im Vergleich zum Ausland innert Kürze aufgeholt, schreibt Handel Schweiz.

Es wird nicht nur mehr gespielt, sondern daheim auch fleissig gebaut. Das lässt sich am Umsatz mit Werkstoffen für den Holzbau ablesen, der im Jahr 2020 um einen Fünftel zugenommen hat. Zugelegt hatten auch die Verkäufe von Autos mit alternativem Antrieb wie einem Elektromotor: Im letzten Jahr wurden 30 Prozent mehr dieser Autos verkauft.

Homeoffice und Online-Meetings kurbelten derweil den Umsatz von qualitativ hochstehenden Kameras an. Und auch der Handel mit Maschinen für die Verpackungsindustrie habe ein Plus verzeichnet. Derweil machten im Bereich Medizinaltechnik die Bereiche «Notfall» und «Anästhesie» die Umsatzeinbrüche in anderen Segmenten etwas wett. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.