Schweizer profitieren von Rabatten auf Neuwagen

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Bern – Im ersten Quartal 2015 sind in der Schweiz und in Liechtenstein 5,7% mehr Autos immatrikuliert worden als im Vorjahr. Auf die Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses reagierten die Autoimporteure mit Euro-Rabatten im zweistelligen Prozentbereich sowie teilweise markanten Listenpreis-Senkungen. Die vorübergehende Absatzstagnation erholte sich entsprechend schnellund im März stieg der Absatz um satte 20%.

Kumuliert lagen die Immatrikulationen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein mit 72’275 Personenwagen im ersten Quartal 2015 um 5,7 Prozent (+3880 PW) über dem Vorjahr. Die Preisnachlässe förderten allerdings nicht nur den Verkauf von Neuwagen, sondern schmälerten auch die Margen von Importeuren und Händlern sowie die Verkaufszahlen im Gebrauchtwagenmarkt: Von Januar bis März 2015 wechselten folglich 4326 weniger Occasionen (-2,1 %) ihren Besitzer.

Kaufwillige dürften Neuwagenkauf vorgezogen haben
Der Auto Gewerbe Verband Schweiz geht aber davon aus, dass mit den Preisnachlässen nur beschränkt zusätzliche Nachfrage geschaffen wurde. Vielmehr haben bereits Kaufwillige wohl die Gunst der Stunde genutzt und ihren geplanten Neuwagenkauf vorgezogen. Bei gleichbleibendem Euro-Frankenkurs gehen die Marktanalysten von Eurotax deshalb davon aus, dass der aktuell hohe Nachfragedruck in den kommenden Monaten abflachen wird. Für das Gesamtjahr kann derzeit trotzdem mit einem leichten Verkaufsplus gerechnet werden, wie auch das überaus positive Feedback vom zurückliegenden Automobil-Salon in Genf erwarten lässt.

Neuordnung der Top-10-Markenlandschaft
Ende 2014 erstmals angedeutet und nun im ersten Quartal 2015 bereits Realität geworden: Die Top-10-Neuwagen-Rangliste wird neu gemischt. Einerseits weisen etablierte Marken wie Mercedes-Benz (+38,2%), Skoda (+21,1%) und Renault (+18,7%) Wachstumsraten auf, welche die ebenfalls stark zulegenden Mitbewerber von BMW (+15%) und Peugeot (+11,7%) etwas verblassen lassen. Andererseits rückte die ehemals notleidende Marke Citroën (+23,6%) zulasten von Toyota (-13,8%) in die Top-10-Markenrangliste auf. Mit «lediglich» einstelligen Wachstumsraten mussten sich hingegen die Volumenmarken Ford (+9,6%), Volkswagen (+4,5%) und Audi (+2,1%) zufrieden geben. Im Vergleich dazu entwickelten sich die Verkaufszahlen von Opel (-14,4%) völlig konträr zum erfreulichen Absatzplus der Rüsselsheimer in Gesamteuropa (+3,1%).

Bei den Marken, die im ersten Quartal 2015 weniger als 1000 aber mehr als 500 Fahrzeuge verkauft haben, spielt Porsche in einer eigenen Liga: Von Januar bis März wurden mehr als doppelt so viele Fahrzeuge immatrikuliert als noch ein Jahr zuvor (974 PW, +113,6%). Markant an Stückzahlen zulegen konnten nicht nur einzelne Marken, sondern auch alternativ angetriebene Personenwagen mit Hybrid-, Elektro-, Gas- oder E85-Motor: Im Vorjahresvergleich nahmen die betreffenden Immatrikulationen um 32,9% zu – ihr Marktanteil liegt neu bei 3,9%. Starkes Wachstum verzeichneten erneut auch 4×4-Fahrzeuge (+7,0%) sowie – nach einer längeren Schwächephase – Fahrzeuge mit Dieselmotor (+8,7%). (AGVS/mc/pg)

AGVS

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