Schweizer Wirtschaftsreputation steigt im dritten Quartal
Basel – Die Reputation der Schweizer Wirtschaft ist im dritten Quartal zum vierten Mal in Folge gestiegen. Während vor allem die Pharmabranche gewann, belasteten steigende Gesundheitskosten das Image der Krankenversicherer.
Der Swiss Economy Reputation Index (SERX) stieg gegenüber dem Vorquartal um 1,2 Punkte auf 97,8 Zähler, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Auswertung der Beratungsfirma Commslab hervorgeht. Hauptgrund für die Verbesserung war demnach erneut die insgesamt optimistische Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung.
Gleichzeitig blieb die Berichterstattung von negativ geprägten Themen wie der Grossbankenregulierung und den Folgen von Hitze, Trockenheit und Sommerunwettern beeinflusst.
Pharma neu an der Spitze
Die Pharmabranche führt neu das Ranking der 23 untersuchten Wirtschaftssektoren an. Forschungserfolge, unter anderem bei Krebsimpfungen, sowie Geschäftszahlen und die Bedeutung der Branche für Exporte und Wirtschaftsleistung stützten laut Commslab das Ansehen. US-Zölle, Medikamentenpreise und die Zukunft des Pharmastandorts blieben jedoch potenziell belastende Themen.
Die global tätigen Banken erholten sich ebenfalls. Die Debatte um die Grossbankenregulierung setzte die UBS zwar unter Druck, rückte zugleich aber deren wirtschaftliche Bedeutung in den Vordergrund. Trotz der Verbesserung blieb der Sektor im Branchenvergleich auf dem letzten Platz und belastete den Gesamtindex mit einem negativen Beitrag von 2,0 Punkten am stärksten.
Prämien belasten Krankenversicherer
Den stärksten Reputationsverlust verzeichnete der Sektor der Kranken- und Unfallversicherer. Ausschlaggebend war die Diskussion über steigende Krankenkassenprämien, die auch mit den Löhnen auf Führungsebene verknüpft wurde. Privatversicherer büssten ebenfalls an Ansehen ein, verfügten insgesamt aber weiterhin über eine positive Reputation.
Der SERX basiert auf der Analyse der Berichterstattung in rund 30 Schweizer Leitmedien zu rund 240 Unternehmen und Branchendiskursen. Für das dritte Quartal wurden 12’172 reputationsrelevante Beiträge ausgewertet. Die Bewertung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich. Der Index bildet damit die medienvermittelte Reputation ab und beruht nicht auf einer Bevölkerungsumfrage. (awp/mc/pg)