Schweizer ZEW-Indikator im Juni kaum verändert

Konjunktur CH

Zürich – Die Erwartungshaltung von Ökonomen und Analysten bezüglich der Schweizer Konjunktur in den kommenden sechs Monaten hat sich im Juni 2015 kaum verändert. Der ZEW-Indikator Juni steigt minim auf +0,1 von -0,1 Punkten im Mai. Die befragten Finanzanalysten erwarten damit im Durchschnitt weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung der Konjunktur. Deutlich schlechter als im Vormonat fällt allerdings die Einschätzung der aktuellen Lage aus.

Der ermittelte ZEW-Gesamtwert ergibt sich aus den Antworten auf die Frage zur erwarteten Entwicklung der Konjunktur. 25,7% antworteten auf die Frage mit „Verbessern“ und 25,6% mit „Verschlechtern“ (ZEW-Index: 25,7 minus 25,6 ergibt +0,1). 48,7% erwarten dagegen eine unveränderte Konjunktur, wie dem am Mittwoch von Credit Suisse und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlichten Finanzmarktreport zu entnehmen ist.

Die aktuelle wirtschaftliche Situation wurde derweil mit einem Saldo von -23,0 Punkten deutlich schlechter eingeschätzt als noch im Mai, als die Situation mit 0 Punkten als „normal“ betrachtet wurde. Den Einbruch bei diesem Indikator erklären die Verfasser der Studie mit der SECO-Schätzung für das Schweizer BIP im 1. Quartal, die der Schweizer Wirtschaft einen BIP-Rückgang attestierte.

Weniger Analysten erwarten Franken-Abschwächung
Zurückgegangen ist zudem der Anteil derjenigen Analysten, die eine Abwertung des Schweizer Frankens zum Euro erwarten (35,9%). Er blieb aber weiterhin grösser als der Anteil derjenigen, die eine Aufwertung gegenüber der Einheitswährung erwarten (23,1%). Der Rückgang der Abwertungserwartungen sei wohl auf die jüngste Franken-Abwertung zurückzuführen, mit der ein Teil dieser Erwartungen bereits eingetreten sei, so die CS.

Die Inflation in der Schweiz wird nach Einschätzung von zwei Dritteln der Analysten unverändert bleiben: Nur 17,9% erwarteten eine anziehende und 15,4% eine fallende Inflation. Dagegen erwartete eine Mehrheit einen Anstieg der Teuerung sowohl in der Eurozone als auch in den USA.

Für die langfristigen Zinsen wird noch von 36,8% der Befragten ein Anstieg erwartet, 55,3% erwarten nun unveränderte Sätze. Einen Rückgang der Langfristzinsen erwarten nur 7,9%. Bei den kurzfristigen Zinsen prognostizierte mit 92,3% weiterhin eine grosse Mehrheit unveränderte Zinssätze.

Vorsichtige Wachstumsprognosen
In einer Sonderfrage wurden die Analysten nach ihren Wachstumsprognosen für die Schweizer Wirtschaft in den nächsten drei bis fünf Jahren gefragt: Die Hälfte erwartete noch ein Wirtschaftswachstum von 1,0% bis 1,5%. Tendenziell hätten sich die langfristigen Wachstumserwartungen eher etwas verschlechtert, stellen die Analysten fest. So hätten im Dezember noch knapp ein Drittel mit einem Wachstum von mehr als 2,0% gerechnet.

Auf die Frage nach der Inflationsrate über die nächsten fünf Jahre wurde am meisten eine jährliche Inflationsrate von 1,0% bis 1,5% genannt. Nur gerade 3% erwarten in den kommenden fünf Jahren durchgehend negative Inflationsraten.

Die Umfrage wurde zwischen dem 1. und 12. Juni unter durchgeführt, wobei sich 39 Analysten beteiligten. (awp/mc/ps)

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