SFS verbessert operative Leistung in H2 deutlich

Jens Breu
Jens Breu, CEO SFS Group. (Foto: SFS)

Jens Breu, CEO SFS Group. (Foto: SFS) 

Heerbrugg – Der Metallverarbeiter SFS hat im Geschäftsjahr 2015 unter der Frankenstärke gelitten. Allerdings konnten die Ostschweizer ihre Profitabilität dank Gegenmassnahmen im zweiten Semester markant verbessern. Die Aktionäre kommen trotz Gewinnrückgang in den Genuss einer unveränderten Dividende.

SFS weist einen um 0,5% tieferen Umsatz von 1,38 Mrd CHF aus. Unter Ausklammerung der Wechselkurseinflüsse resultierte allerdings ein Wachstum von 4,6%, teilt SFS am Freitag mit. Davon entfallen gemäss früheren Angaben 2,1% auf Übernahmen und 2,5% auf organisches Wachstum. Rückläufig fielen auch die Gewinnzahlen aus. So sank etwa der EBITA um 4,5% auf 186,6 Mio CHF und die entsprechende Marge um 0,5 Prozentpunkte auf 13,6%. Laut SFS schmälerte der starke Franken den EBITA um 47 Mio CHF. Im Gegenzug profitierte SFS von einem Sondergewinn in Höhe von 15 Mio CHF im Zusammenhang mit Pensionsleistungen.

Unveränderte Dividende
Der Reingewinn sank um 4,7% auf 105,0 Mio CHF; nach sechs Monaten 2015 hatte das Minus noch bei rund 30% gelegen. Die Aktionäre sollen nun eine unveränderte Dividende von 1,50 CHF je Anteil erhalten, diese wird aus Kapitaleinlagereserven bestritten. Bei einem Gewinn von 2,78 CHF je Aktie entspricht dies einer Ausschüttungsquote von knapp 54%.

Massnahmen zeigen Wirkung
SFS weist überdies den «normalisierten» EBITA aus, der den genannten Sondereffekt ausklammert. Dieser sank um 12% auf 171,7 Mio CHF, entsprechend einer Marge von 12,5%. Zum Halbjahr lag diese noch bei 10,6% und im Gesamtjahr 2014 bei 14,1%. Als das Unternehmen im Januar seine Umsatzzahlen veröffentlichte, stelle es eine normalisierte EBITA-Marge von 12,1% bis 13,1% in Aussicht.

Die Erholung der Ertragskraft im zweiten Semester dokumentiert nach Einschätzung von SFS die Wirksamkeit der ergriffenen Massnahmen. Geholfen hätten auch der Wegfall von Einmaleffekten aus dem ersten Halbjahr sowie saisonal höhere Umsätze. Trotzdem hatten die Analysten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen etwas höheren EBITA erwartet.

Zu dem vor einem Jahr geschnürten Massnahmenpaket gehörten ein Einstellungsstopp, die Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 44 von 42 Stunden und die Reduktion von Ferienguthaben auf 5 von 6 Wochen. Ausserdem wurden die Fixsaläre der Konzernleitung um 10% reduziert. Anfang 2016 wurde das Ferienguthaben der Mitarbeiter wieder auf sechs Wochen erhöht, die erhöhte Wochenarbeitszeit wurde indes beibehalten.

Wachstum der Segmente in LW
In Lokalwährungen verzeichneten sämtliche Sparten einen Umsatzzuwachs. Mit einem Plus von 6,1% wuchs die grösste Sparte Engineered Components am stärksten. Die Sparte «Fastening Systems» legte um 4,9% zu und die Sparte Distribution&Logistics (SFS unimarket) um 1,0%. Auf rapportierter Basis resultierte für die beiden kleineren Sparten aber ein Rückgang von 2,9% respektive 3,1%.

Amerika und Asien legen zu
Mit Blick auf die regionale Aufteilung nahmen die Umsätze in Amerika (+12,3%) und Asien (+4,9%) zu, während sie in der Schweiz um 2,4% und in Europa gar um 5,9% zurückgingen. Mit einem Anteil von gut 39% am Umsatz ist Europa laut Geschäftsbericht aber nach wie vor die wichtigste Region, gefolgt von Asien mit knapp 26% und der Schweiz mit 23%. Der Umsatzanteil von Amerika erhöhte sich auf 12%.

Die vier Endmärkte von SFS lagen in 2015 quasi gleichauf. Der Umsatzanteil der Bauindustrie lag bei 26,2%, der Elektro- und Elektronikindustrie bei 24,7%, der Automobilindustrie bei 24,6% und der übrigen Industrien bei 24,5%.

Für das laufende Jahr rechnet SFS unter der Annahme unveränderter Wechselkurse mit einer Steigerung des konsolidierten Umsatzes um 2-4% sowie einer Verbesserung der normalisierten EBITA-Marge auf 13-14%. Durch zahlreiche Massnahmen, die im Laufe des Jahres 2015 ergriffen worden seien und nun zunehmend Wirkung zeigten, könnten die negativen Wechselkurseffekte teilweise kompensiert werden, heisst es dazu.  (awp/mc/pg)

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