SFS steigert 2017 Reingewinn um 27,5 Prozent

Jens Breu
Jens Breu, CEO der SFS Group. (Foto: SFS)

Heerbrugg – Die in der Komponentenfertigung und im Baubedarfshandel tätige SFS-Gruppe hat 2017 deutlich mehr verdient. Der Betriebsgewinn (EBITA) betrug 235,8 Mio CHF, was gegenüber 2016 ein Plus von knapp 11% bedeutet. Und der Reingewinn fiel mit 159,1 Mio CHF um 27,5% höher aus als im Vorjahr.

Die Gewinnzunahme werden auch die Aktionäre positiv zu spüren bekommen: Die Dividende soll von 1,75 CHF im Vorjahr auf 1,90 CHF angehoben werden, wie SFS mitteilte. «Die Erhöhung lässt sich angesichts der Ertragslage und des Konzerngewinns sowie die Aussichten auf eine weiterhin positive Entwicklung vertreten», sagte Finanzchef Rolf Frei an einer Medienkonferenz. Dem Unternehmen sei eine «konsistente Dividendenpolitik» wichtig.

Mit den vorgelegten Gewinnzahlen und der vorgeschlagenen Dividende hat SFS die Erwartungen der Analysten klar übertroffen.

Umstellung auf Swiss GAAP FER
Die Berichtszahlen fürs Jahr 2017 hat SFS erstmals nach dem Schweizer Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER rapportiert. Dieser sei für die SFS Group zweckmässiger als der bisher angewandte IFRS. Die Umstellung hat indes auch Auswirkungen auf die Bilanz: So hat SFS von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die durch Firmenakquisitionen angefallenen Goodwill-Positionen mit dem Eigenkapital zu verrechnen. Damit wurde die Bilanz erheblich verkürzt.

CFO Frei betonte aber, dass mit 71,6% der Eigenkapitalanteil nach wie vor hoch und die finanzielle Stabilität und der unternehmerische Freiheitsgrad vollumfänglich gewährleistet sei.

Die Umsatzzahlen und eine Indikation des Betriebsergebnisses hatte SFS bereits Ende Januar bekannt gegeben. So weist das Ostschweizer Unternehmen für das Jahr 2017 einen Umsatz von 1,63 Mrd CHF aus. Dies entspricht einem Wachstum von 13,7%, wobei die Verkäufe organisch um 7,4% gesteigert werden konnten. Mit den nun rapportierten EBITA-Wert und einer entsprechenden Marge von 14,4% liegt SFS nun zudem wie angekündigt eher am unteren Ende des einst kommunizierten Zielbandes von 14,2 bis 15,2%.

Profitabilität soll auch bei Fastening Systems wieder steigen
Für das laufende Jahr stellt SFS ein Umsatzwachstum von 5 bis 7% in Aussicht. Die EBITA-Marge soll sich gegenüber dem Wert von 2017 verbessern. Erreicht werden soll dies durch einen eine Stärkung der eigenen Position bei den bestehenden Kunden sowie einen selektiven Ausbau der Kundenbasis, kündigt das Unternehmen an. Wie SFS-CEO Jens Breu weiter ausführte, resultierte die Margenverbesserung insbesondere durch ein stärkeres Wachstum im höhermargigen Komponentengeschäft (Segment Engineered Components).

Aber auch mit Befestigungs- und Montagesystemen (Segment Fastening Systems), wo die Profitabilität in den letzten Jahren gelitten hat, sollen es dank diversen Massnahmen – unter anderem der Verlagerung von arbeitsintensiven Prozessen ins Ausland – wieder aufwärts gehen. Breu glaubt, 2018 oder spätestens 2019 wieder eine operative Marge im zweistelligen Bereich erreichen zu können. 2017 lag sie bei 7,7%.

Fokus auf organisches Wachstum
Grössere Akquisitionen sind bei der SFS vorerst nicht zu erwarten. Man lege die Priorität auf ein starkes organisches Wachstum und habe unternehmensintern auch die Ressourcen für Akquisitionen reduziert, sagte Breu. Gute Opportunitäten würden aber natürlich weiterhin genutzt. CFO Frei wies zudem auf eine Call-Option zur Erhöhung der Beteiligung an Heco hin. Heco ist im Bereich Befestigungssysteme für den Holzbau tätig und SFS hält derzeit 30% am Unternehmen. Laut Frei werde man die Ausübung der Call-Option zu gegebener Zeit prüfen.

Abgesehen davon haben sich die Prioritäten offensichtlich aber klar verschoben: «Wir suchen vornehmlich das organische Wachstum, Akquisitionen haben derzeit keine Priorität.» Das Wachstum soll aus Projekten, die man zusammen mit bestehenden Kunden entwickle. Am ehesten seien Zukäufe daher noch in der Division Medical zu erwarten, das heisst im Geschäft mit Komponenten für die Medizinaltechnik. Aber auch dieses Geschäftsfeld habe nach dem Zukauf von Tegra Medical eine kritische Grösse, welches den Zugang zu einer ausreichend grossen Zahl von Kunden ermögliche, woraus wieder organisches Wachstum generiert werden könne. (awp/mc/pg)

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