SGS mit Semestergewinn von 245 Mio Franken

Chris Kirk

Genf – Der weltgrösste Warenprüfkonzern SGS hat im ersten Semester 2012 trotz deutlich mehr Umsatz etwas weniger verdient. Ein einmaliger Aufwand belastete die Rechnung der Genfer. Das Unternehmen geht für das restliche Jahr weiterhin von einem starkem Umsatzwachstum sowie einem höheren operativen Ergebnis aus.

Die Einnahmen erhöhten sich in der Berichtsperiode um gut 13% auf 2,65 Mrd CHF. Währungsbereinigt stieg der Umsatz gar um 15%, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Dabei trug die Integration von nicht weniger als 24 übernommenen Firmen 4,0% zum Wachstum bei. Alleine von Januar bis Juni tätigte SGS sieben Akquisitionen mit einem aggregierten Jahresumsatz von 146 Mio CHF. Diese liess sich das Unternehmen insgesamt 100 Mio CHF kosten.

Einmalige Restrukturierungskosten
Das operative Ergebnis (EBIT) vor ausserordentlichen Faktoren stieg um 10% auf 413 Mio CHF, die entsprechende Marge erreichte 15,6 (VJ 16,0)%. Ausserordentliche Faktoren ausgerechnet lag der EBIT bei 373 Mio CHF nach 363 Mio im Vorjahr. Der Reingewinn sank hingegen leicht um 0,4% auf 245 Mio CHF. Mit dem publizierten Zahlenkranz wurden die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) bei Umsatz und EBIT erfüllt, beim Reingewinn hingegen verfehlt.

Der Gewinnrückgang lässt sich mit einmaligen Restrukturierungskosten in Höhe von 26 Mio CHF erklären. An einigen Standorten habe SGS aufgrund mangelnder Performance dauerhaft Arbeitsplätze abgebaut, heisst es zur Erklärung.

Deutlich höhere Investitionen
Derweil habe die Gesellschaft das Investitionsprogramm 2014 unvermindert vorangetrieben; die Investitionen in Sachanlagen seien gegenüber dem Vorjahr um 42 Mio auf 176 Mio CHF erhöht worden. Diese wurden aus dem operativen Cash Flow in Höhe von 244 Mio CHF finanziert, das sind 7% mehr als im Vorjahr.

Zweistelliges Wachstum in fünf Business Lines
SGS meldet für fünf Business Lines ein zweistelliges organisches Wachstum. Dies waren die Bereiche Minerals Services, Government & Institutions, Agricultural, Öl, Gas und Chemie sowie Consumer Testing Services. Das grösste Wachstum erzielte SGS mit den Mineral Services (+31% auf 422 Mio CHF), unterstütz von Akquisitionen. Das organische Wachstum belaufe sich hier auf 21%. Die adjustierte EBIT-Marge konnte mit 18,4% stabil gehalten werden.

Die grösste Sparte «Öl, Gas und Chemie» kratzte mit 499 Mio CHF die halbe Umsatzmilliarde. Das Wachstum von 10,6% war fast zur Gänze organischer Natur und stammte den Angaben zufolge vor allem aus dem nicht-handelsbezogen Geschäft. Die operative Marge sank indes um 0,8 Prozentpunkte auf 12,2%, was mit der Schliessung von Raffinerien in der Karibik und in Europa sowie mit Investitionen erklärbar sei. Consumer Testing Services trug mit einem Plus von 13% auf 438 Mio CHF zum Umsatz bei (organisch +11,5%). Das Wachstum sei in allen Regionen erzielt worden – insbesondere aber in Asien und Südamerika. Die Nachfrage in Westeuropa sei «robust» gewesen. Die operative Marge bildete sich auf 22,5% von 23,6% im Vorjahr zurück.

Industrial Services steigerte den Umsatz um rund knapp 15% auf 422 Mio CHF, rund die Hälfte davon stammte von Akquisitionen. In dieser Sparte spielten Asien, Australien und der Mittlere Osten eine entscheidende Rolle. Druck auf die Margen habe vorab in Europa bestanden, weshalb die Profitabilität der Sparte um 1,3 Prozentpunkte auf 9,5% gesunken sei.

Ausblick bestätigt
SGS bekräftigt den für das laufenden Jahr geltenden Ausblick. Demnach rechnet das Unternehmen trotz schwierigem Umfeld mit einem starkem Umsatzwachstum. Auch der bereinigte EBIT soll über dem Wert von 2011 zu liegen kommen. Derweil werde das Investitionsprogramm 2014 unvermindert fortgesetzt, heisst es weiter. (awp/mc/pg)

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