Sonova hat keine Angst vor der zweiten Corona-Welle

Arnd Kaldowski
Sonova-CEO Arnd Kaldowski. (Foto: Sonova/Flickr)

Stäfa – Der Hörgerätehersteller Sonova bewältigt die Auswirkungen der Corona-Pandemie erstaunlich gut. Auch die neuen Lockdowns bereiten dem Stäfner Unternehmen keine Sorgen.

Die Corona-Pandemie hat Sonova einen Umsatzrückgang eingebrockt. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 (April bis September) verzeichnete der Konzern einen Rückgang von satten 25 Prozent auf noch 1,07 Milliarden Schweizer Franken.

Einen deutlichen Rücksetzer gab es auch bei der Profitabilität. Der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinn (EBITA) schrumpfte um knapp 37 Prozent auf noch 174,3 Millionen Franken, die entsprechende Marge erreichte einen Wert von 16,3 Prozent. In der Vorjahresperiode hatte der Hörgerätebauer hier einen Wert von 19,6 Prozent erreicht.

Erwartungen übertroffen
Unter dem Strich blieb schliesslich noch ein Reingewinn von 123,2 Millionen verglichen mit 215,5 Millionen im Vorjahr. Trotz des deutlichen Rückgangs hat das Unternehmen die Erwartungen der Finanzanalystengemeinde übertroffen. Unter dem Gesichtspunkt, dass Sonova erst vor Ende September neue Vorhersagen für das erste Halbjahr gemacht hatte, kann dies als Erfolg verbucht werden.

Entsprechend wurde das Unternehmen nach der Publikation des Zahlenkranzes von den Analysten gelobt. In einem schwierigen Umfeld habe Sonova eine gute operative Performance gezeigt, schrieb einer der Experten. Das Geschäft von Sonova habe sich im ersten Halbjahr in einem überraschend hohen Tempo vom Corona-Einbruch erholt, lautete das Fazit eines anderen.

Für die schnelle Rückkehr auf den Wachstumspfad – im September wurde wieder ein positives Umsatzwachstum erzielt – ist gemäss CEO Arnd Kaldowski vor allem die neue Flaggschiff-Plattform Phonak Paradise verantwortlich. Die neuen Hörgeräte des Konzerns, die auf dieser basieren, kämen bei den Kunden sehr gut an, sagte der Manager in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

Erfolg von Paradise
Der Erfolg der neuen Produkte gleiche damit auch die etwas tiefere Frequenz in den Geschäften wieder aus. In diesen mache sich nach wie vor die Pandemie bemerkbar, so der Firmenchef. Doch gehe er dank Paradise von Marktanteilsgewinnen in den nächsten sechs Monaten aus, erklärte Kaldowski.

Der Blick nach vorne bleibe zwar mit einigen Unsicherheiten behaftet, gab der Manager zu. Denn die Situation sei wegen des Corona-Einbruchs „sehr dynamisch“. Nichtsdestotrotz beliess Kaldowski die im September abgegebene Prognose für das Gesamtjahr 2020/21 – auch dank des Erfolgs von Paradise – unverändert. „Wir fühlen uns mit unserer aktuellen Prognose wohl, auch wenn die aktuellen Lockdown-Massnahmen in mehreren Ländern noch einige Wochen anhalten“, sagte er.

Konkret möchte das Unternehmen im zweiten Halbjahr ein Umsatzwachstum von 4 bis 8 Prozent und einen Anstieg des bereinigten EBITA von 20 bis 30 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode erzielen. Allerdings gilt diese Prognose nicht in Schweizer Franken, sondern nur in Lokalwährungen. Die starke Währung der Eidgenossenschaft dürfte dem Unternehmen weiter zu schaffen machen und die Umrechnung sowohl Umsatz wie auch Betriebsgewinn um einiges schmälern.

Normalisierung nach Ende der Pandemie
Ganz normalisieren dürfte sich die Situation für das Stäfner Unternehmen schliesslich erst, wenn die Pandemie vorbei, respektive ein Impfstoff gefunden und verteilt ist. Firmenchef Kaldowski hofft diesbezüglich, dass die Kunden – trotz der aktuell schwierigen makroökonomischen Bedingungen – beim Kauf von Hörgeräten auch künftig nach Corona nicht sparen werden. Bisher sehe sein Unternehmen glücklicherweise aber noch keinen Wechsel hin zu günstigeren Hörgerätemodellen.

An der Börse kamen die Neuigkeiten von Sonova gut an: Der Aktienkurs legte bis zum Schluss um 2,8 Prozent zu. (awp/mc/pg)

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