Sulzer steigert Auftragseingang und Gewinn

Greg Poux-Guillaume
Sulzer-CEO Greg Poux-Guillaume. (Foto: Sulzer)

Winterthur – Der Industriekonzern Sulzer befindet sich weiter in guter Form. Er hat im ersten Semester 2018 deutlich mehr Bestellungen erhalten und mehr Umsatz erzielt, zudem haben sich auch die Gewinnziffern gegenüber dem Vorjahr markant verbessert. Die Prognosen für Auftragseingang und Umsatz im Gesamtjahr wurden entsprechend erhöht.

Insgesamt nahmen die Bestellungen in der Berichtsperiode um 13 Prozent auf 1,80 Milliarden Franken zu. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte ergab sich ein organisches Plus von 6,5 Prozent. Damit hat sich das Wachstumstempo im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal (+12,8%) wie angekündigt etwas verlangsamt. Der Umsatz legte organisch um 5,4 Prozent auf 1,60 Milliarden zu, wie Sulzer am Mittwoch mitteilte.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITA) verbesserte sich dank den höheren Volumen und Einsparungen um knapp 28 Prozent auf 148,2 Millionen Franken und die entsprechende Marge um 180 Basispunkte auf 9,2 Prozent. Allerdings ist noch ein positiver Effekt aus einer Umstellung der Rechnungslegung (IFRS 15) von 0,7 Prozentpunkten enthalten. Der Reingewinn kletterte gar um fast die Hälfte auf 64,3 Millionen Franken.

Weitere Verbesserungen in der grössten Division Pumpen erwartet
Zugenommen haben die Bestellungen in allen Divisionen und in allen Marktsegmenten mit Ausnahme des Energiemarktes. Im Bereich Verarbeitung im Öl- und Gasmarkt (Downstream-Segment) sei schon früh im letzten Jahr der Beginn einer Erholung zu erkennen gewesen, welche dieses Jahr auch das Upstream-Segment erfasst habe, sagte CEO Greg Poux-Guillaume an einer Telefonkonferenz. Die Volumen dürften damit zwar wieder anziehen, der Preisdruck dürfte aber bis ins Jahr 2019 hinein hoch bleiben. Auch den Energiemarkt sieht Poux-Guillaume „mittelfristig anspruchsvoll“.

Die Integration der die im Januar abgeschlossenen Übernahme der US-amerikanischen JWC Environmental verläuft gemäss dem Sulzer-Chef schneller als geplant, was wiederum dem Wassergeschäft innerhalb der Division Pumpen zu Gute komme. Insgesamt erwartet er für die Division Pumps Equipment, welche operativ in die Gewinnzone zurückgekehrt ist, in den kommenden Quartalen weitere Verbesserungen.

Temporäre US-Sanktionen ohne langfristige Auswirkungen
Weiter bestätigte Sulzer frühere Angaben, wonach die temporären Sanktionen der USA ohne langfristige Auswirkungen geblieben seien. Die einmaligen Kosten seien signifikant unter 10 Millionen Franken geblieben und der Bestellungseingang legte in den USA im zweiten Quartal organisch um 15 Prozent zu.

Mit Blick nach vorne gab sich Poux-Guillaume relativ zuversichtlich. Es sei mit einer weiteren schrittweisen Erholung des Öl- und Gasmarkts und anhaltendem Druck auf dem Energiemarkt zu rechnen, sagte er. Und die übrigen Märkte sollten ihren Wachstumstrend fortsetzen.

Prognosen für Umsatz und Bestellungen erhöht
Entsprechend wurden die Prognosen für Umsatz und Bestellungen erhöht. Der Bestellungseingang soll demnach um 7 bis 10 Prozent wachsen und der Umsatz um 6 bis 8 Prozent. Bisher wurden lediglich Wachstumsraten im Bereich von 5 bis 7 Prozent, bzw. von 4 bis 6 Prozent für den Umsatz veranschlagt. Die Prognose für die EBITA-Marge liegt weiter bei 9,5 Prozent.

In Bezug auf einen möglichen grösseren Handelsdisput zeigte sich Poux-Guillaume zurückhaltend. „Wir sind zwar sehr besorgt über den laufenden Handelsstreit. Andererseits braucht es Gelassenheit bei Dingen, die man nicht kontrollieren kann.“

An der Börse wurden die vor allem hinsichtlich des operativen Gewinns über den Erwartungen liegenden Zahlen verhalten aufgenommen: Die Aktie verzeichnete bis Börsenschluss ein Minus von 3,6 Prozent auf 122,50 Franken. Eine Erhöhung der Prognosen für Auftragseingang und Umsatz sei erwartet worden, hiess es im Handel.  (awp/mc/pg)

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