Syngenta in H1 mit mehr Umsatz aber weniger Gewinn

Michael Mack

Syngenta-CEO Mike Mack. (Foto: Syngenta)

Basel – Der Agrochemiekonzern Syngenta ist im ersten Halbjahr 2013 trotz eines verspäteten Beginns der Anbausaison in der nördlichen Hemisphäre und ungünstiger Witterung gewachsen, erfuhr jedoch im zweiten Jahresviertel einen leichten Dämpfer. Die Gewinnzahlen waren leicht rückläufig. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte und das wichtige Lateinamerikageschäft zeigt sich das Unternehmen am Mittwoch zuversichtlich.

Der Umsatz stieg in der Berichtsperiode um 2% auf 8,39 Mrd USD, zu konstanten Wechselkursen hat das Plus ebenfalls 2% betragen. Der integrierte Umsatz (ohne Geschäftsbereich «Lawn and Garden») wuchs um 3% auf 8,02 Mrd. Gebremst wurde Syngenta allerdings im zweiten Quartal: In dieser Periode sank der Umsatz des integrierten Geschäfts um 3% auf 3,65 Mrd. Die Absatzmengen stiegen von Januar bis Juni um 4% und die Verkaufspreise von Syngenta waren durchschnittlich 3% höher.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA sank indes um 3% auf 2,18 Mrd, einen positiven Währungseffekt von 44 Mio eingerechnet. Die Marge erreichte 26,0%. Der Reingewinn nahm um 5% auf 1,41 Mrd ab; der Gewinn pro Aktie sank demnach um 7% auf 15,92 USD. Mit dem vorgelegten Zahlenset hat Syngenta die Erwartungen des Marktes verfehlt.

Nachhaltiges Wachstum in Schwellenmärkten und Industrieländern
«Unsere Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr belegt, dass wir sowohl in Schwellenmärkten als auch in Industrieländern nachhaltig wachsen können. Dies stärkt unsere Zuversicht, dass wir den integrierten Umsatz von Syngenta bis 2020 auf 25 Mrd USD steigern können», lässt sich CEO Mike Mack zitieren.

Nasser Frühling in Europa
Die Region Europa, Afrika und Mittlerer Osten (EAME) zeigte ein Umsatzwachstum von 5% auf 3,17 Mrd USD, trotz eines geringeren Fungizideinsatzes in Nordeuropa wegen des nassen Frühlings. Das Wachstum im ersten Halbjahr sei von den GUS-Staaten, Frankreich, dem iberischen Markt und den Schwellenmärkten Südosteuropas getragen worden.

Nordamerika schrumpfte wegen des Wegfalls einmaliger Lizenzeinnahmen in Höhe von 256 Mio USD um 5% auf 2,63 Mrd. Der Umsatz im zugrunde liegenden Geschäft sei dagegen um 4% gestiegen, obwohl die Anbausaison wegen der kalten Witterung verzögert worden sei.

Die Umsätze in Lateinamerika stiegen um 13% auf 1,17 Mrd. Das Wachstum wurde laut Unternehmensangaben in der Nebensaison von Brasilien und Argentinien getragen. Asien/Pazifik verbuchte ein Plus von 6% auf 1,06 Mrd USD. Die Umsätze in Australasien hätten sich nach den wetterbedingten Einbussen wieder erholt, so Syngenta. Und die Schwellenmärkte, allen voran Indonesien und Thailand, verbuchten den Angaben zufolge weiter gute Fortschritte.

Verlangsamung im 2. Quartal
In der grösseren Sparte Pflanzenschutz setzte Syngenta 6,02 Mrd USD um. Das war ein Plus von 6%. Nach einem starken ersten Quartal verlangsamte sich die Expansion im zweiten Quartal auf +3%. Dies sei auf den wetterbedingt geringeren Produkteinsatz in der nördlichen Hemisphäre zurückzuführen. Der Umsatz mit Saatgut sank um 6% auf 2,05 Mrd USD, davon entfielen 1,02 Mrd auf Mais und Soja (-20%). Hier schlugen rückläufige Lizenzeinnahmen zu Buche.

In dem gesondert ausgewiesenen Bereich «Lawn and Garden» sanken die Verkäufe devestitionsbedingt um 16% auf 366 Mio USD. Ohne die Einflüsse von Akquisitionen und Veräusserungen stieg der Umsatz dieser Sparte um 4%.

«Im Soll» für 2013
Mit Blick auf das Gesamtjahr 2013 liege Syngenta «im Soll» und erwarte ein Umsatzwachstum, das mit der langfristigen Zielsetzung übereinstimme. Ferner wird ein Gewinnanstieg im zugrundeliegenden Geschäft sowie ein «beträchtlicher» Free Cashflow erwartet. Auf mittlere Sicht sei es weiterhin das Ziel, bis 2015 eine EBITDA-Marge in der Bandbreite von 22 bis 24% zu erreichen, bekräftigt Syngenta. Dazu konzentriere man sich auf ein nachhaltiges Umsatzwachstum und weitere Profitabilitätssteigerungen.

«Dank des guten Ausblicks für Lateinamerika und Asien/Pazifik erwarten wir im zweiten Halbjahr ein noch stärkeres Wachstum im zugrundeliegenden Geschäft. In Lateinamerika sollten die steigenden Rohstoffpreise weitere Investitionen in Soja nach sich ziehen», so CEO Mack weiter. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.