Syngenta dank Preiserhöhungen mit mehr Umsatz

Michael Mack

Syngenta-CEO Michael Mack. (Foto: Syngenta)

Basel – Der Pflanzenschutzmittel- und Saatgut-Hersteller Syngenta hat im dritten Quartal 2014 dank Preiserhöhungen die Verkaufserlöse gesteigert. Weil ungünstige Währungseffekte die Ertragskraft geschmälert haben, wurde die Gewinnprognose leicht gesenkt. An ihren Wachstumsprognosen für das laufende Jahr halten die Basler allerdings trotz schwierigen Marktbedingungen fest.

Der Umsatz wuchs von Juli bis September zu konstanten wie zu effektiven Wechselkursen um 2% auf 2,98 Mrd USD, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit und lag damit leicht über den durchschnittlichen Schätzungen der Analysten. Während die Verkaufspreise im Schnitt um 3% angehoben werden konnten, blieben die Absatzmengen unverändert. Ohne das Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat solo, das abgesetzte Volumen wurde bewusst um 10% reduziert, um die Profitabilität zu erhöhen, stieg der Umsatz um 5%.

Im Bereich Pflanzenschutz stieg der Umsatz um 3% auf 2,37 Mrd USD, jeweils zu konstanten und effektiven Wechselkursen. Im Bereich Saatgut gingen die Verkäufe um jeweils 1% auf 473 Mio USD zurück. Der Umsatz des integrierten Geschäftes, das um 5% rückläufige Geschäft von „Lawn and Garden“ also ausgerechnet, stieg im dritten Quartal somit um 1% und um 3% in Lokalwährungen (LW).

Wegen der Saisonalität des Geschäfts ist das dritte Jahresviertel jeweils das umsatzschwächste von Syngenta, da in den USA und Europa die Ernte läuft und auf der Südhalbkugel noch wenig Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Für die ersten neun Monate des Jahres stieg der Umsatz zu konstanten Wechselkuren um 3% auf 11,48 Mrd USD.

Lateinamerika weniger dynamisch
In Lateinamerika stieg der Umsatz um 3% bzw. um 8% ohne Glyphosat. Damit hat die frühere Wachstumslokomotive an Schwung eingebüsst, lag doch beispielsweise das Umsatzwachstum in dritten Quartal 2013 in LW noch bei 17%. In diesem Jahr habe die Trockenheit das Geschäft beeinträchtigt, so Syngenta. Demgegenüber habe eine starke Nachfrage nach dem neuen Fungizid „Elatus“ bestanden, das gerade erst in den Markt eingeführt wurde.

In Asien/Pazifik verzeichnete Syngenta ein Wachstum von 3%. Die Schwellenmärkte in Südasien hätten sich trotz des verspäteten Monsuns „gut“ entwickelt. In Australasien ging der Umsatz aufgrund geringer Unkraut- und Krankheitsbelastung zurück, so Syngenta.

In Europa, Afrika und dem Mittleren Osten stieg der Umsatz nach Unternehmensangaben um 3%. Südosteuropa zeige weiterhin gutes Wachstum, während es in den GUS-Staaten in der Nebensaison zurückgegangen sei. In Nordamerika (+1%) hätten die Verkäufe vom starken Absatz selektiver Herbizide im Vorfeld der nächsten Anbausaison profitiert. Der Umsatz mit Saatgut in den USA sei hingegen devestitionsbedingt gesunken.

Wachstumsprognose bestätigt – aber weniger Gewinn
Für das Gesamtjahr 2014 rechnet Syngenta unverändert mit einem Umsatzwachstum im integrierten Geschäft von 6% zu konstanten Wechselkursen. Nach neun Monaten liegt das Plus erst bei 4%, entsprechend rechnet Syngenta im vierten Quartal mit höheren Wachstumsraten.

Viel hängt dabei von der Umsatzentwicklung des Fungizid Elatus ab, dessen Markteinführung planmässig verlaufe, erklärte Finanzchef John Ramsay gegenüber AWP. Man habe für das Produkt bis dato Bestellungen im Wert von 210 Mio USD entgegengenommen; verbucht wurden bisher aber nur 75 Mio. „Wir werden also im vierten Quartal mit Elatus einen Umsatz von mehr 200 Millionen Dollar machen“, erklärte Ramsay.

Ungünstige Währungseffekte hätten allerdings die Ertragskraft des Konzerns in den ersten neun Monaten belastet. Daher werde die EBITDA-Marge in 2014 unter dem Wert von 19,7% des Vorjahres liegen. Angesichts der schwierigen Marktbedingungen liege der Fokus des Managements auf der Verbesserung der Profitabilität. Das für 2015 ausgegebene Ziel einer EBITDA-Marge im Bereich von 22-24% habe daher weiterhin Gültigkeit, betonte Finanzchef Ramsay. (awp/mc/upd/ps)

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