Syngenta steigert Umsatz um 14% im Halbjahr

Michael Mack

Syngenta-CEO Michael Mack.

Basel – Der Agrochemiekonzern Syngenta ist im ersten Halbjahr 2011 kräftig gewachsen. Nach Jahren mit sinkenden Verkaufspreisen für Pflanzenschutzmittel scheint nun der Boden erreicht und das Unternehmen startet eine neue Preisoffensive. Den Abschluss der Zusammenführung der beiden Geschäftsbereiche erwartet Syngenta früher als geplant bereits Mitte 2012.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2011 um 14% auf 7,70 Mrd USD, zu konstanten Wechselkursen hätte das Plus 12% betragen. Das Geschäft war Syngenta zufolge in allen Regionen von einer nachhaltigen positiven Absatzdynamik gekennzeichnet, nicht zuletzt dank der starken Präsenz in den Schwellenländern.

Starker Franken belastet
Die Berichtsperiode war Syngenta zufolge in der nördlichen Hemisphäre von ungünstigem Wetter und turbulenten Nutzpflanzenpreisen geprägt. Knappe Getreidemengen bei gleichzeitig steigender Nachfrage hätten zu einem Anstieg der Preise geführt. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA stieg um 12% auf 2,15 Mrd, entsprechend einer Marge von 28,3% (VJ 28,6%). Für das Gesamtjahr werde durch die Aufwertung des Schweizer Franken ein negativer Währungseffekt von rund 75 Mio USD auf dem EBITDA erwartet. Der Reingewinn nahm um 14% auf 1,43 Mrd USD zu. Mit dem vorgelegten Zahlenset hat Syngenta die Erwartungen des Marktes beim Umsatz und Gewinn erfüllt, beim EBITDA indes verfehlt.

Pflanzenschutz-Umsatz legt um 13% zu
Der Umsatz des grösseren Bereichs Pflanzenschutz wuchs im Berichtszeitraum um 13% auf 5,63 Mrd USD, der EBITDA erreichte 1,64 Mrd und die Marge 29,3 (31,5)%. Der Umsatz mit neuen Produkten stieg um 27% auf 386 Mio USD. Das verbesserte Preisumfeld im Bereich Pflanzenschutz wurde von stabilen Verkaufspreisen im zweiten Quartal reflektiert, so Syngenta weiter. Im ersten Jahresviertel habe noch ein Minus von 3% resultiert. Der Umsatz im Bereich Saatgut stieg um 19% auf 2,09 Mrd USD und der EBITDA erreichte 537 Mio. Die operative Marge des Saatgutbereiches beziffert Syngenta mit 25,7 nach 20,0% im Jahr zuvor. Die Umsätze mit Mais- und Sojasaatgut seien in sämtlichen Regionen gestiegen. In den USA sei Mais der Haupttreiber des Umsatzwachstums gewesen. Im Geschäftsbereich Seeds konnten die Verkaufspreise um durchschnittlich 2% erhöht werden.

Optimistischer Ausblick
Die verbesserte Preissituation lässt Syngenta optimistisch in die Zukunft blicken. «Der Preisausblick für das restliche Jahr ist positiv und wir erwarten daher stabile Preise für das Gesamtjahr», wird CEO Mike Mack in der Mitteilung zitiert. Für die Saison 2012 führe Syngenta derzeit quer durch alle Bereiche Preiserhöhungen durch und ziele auf einen durchschnittlichen Preisanstieg im mittleren einstelligen Bereich. Damit soll die Inflationsrate ausgeglichen werden und die Entwicklung der Angebotspalette finanziert werden. Der Free Cashflow für das Gesamtjahr 2011 soll bei über 1 Mrd USD liegen. Davon wird auch der laufende Aktienrückkauf finanziert: Im Februar kündigte das Unternehmen für 2011 einen geplanten Aktienrückkauf im Wert von 200 Mio USD; im ersten Halbjahr seien Aktien im Gesamtwert von 100 Mio USD zurückgekauft worden.

Neues Geschäftsmodell in Integration
Hinsichtlich der kommenden sechs Monate gibt sich Mack zuversichtlich. «Das zweite Halbjahr startet mit einem positiven Ausblick auf die im September beginnende lateinamerikanische Hauptsaison, der von guten Fundamentaldaten gestützt wird.» Darüber hinaus erwartet der Konzernchef weitere Zuwächse in Asien/Pazifik und einen andauernden Anstieg der Absatzmengen mit weiteren Marktanteilsgewinnen in allen Geschäftsbereichen. Bei der Neuausrichtung des Geschäftsmodells kommt Syngenta schneller als erwartet voran. «Den Abschluss der weltweiten kommerziellen Integration erwarten wir früher als geplant bereits Mitte 2012», heisst es vom Unternehmen. Syngenta absolvieren derzeit eine Integration des Geschäftsmodells, bei der 19 Gebiete mit einer strategischen Ausrichtung auf Nutzpflanzen geschaffen werden. Wie vorgesehen würden die Einsparungen in diesem Jahr 75 Mio USD betragen; bis 2015 sollen es 650 Mio sein, bestätigt Syngenta frühere Aussagen. (awp/mc/upd/ps)

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