UBS: Immobilienblasenindex steigt an

UBS: Immobilienblasenindex steigt an

Zürich – Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index stand im 4. Quartal 2015 bei 1,41 Indexpunkten nach 1,34 im Vorquartal. Das Wachstum der Hypothekarverschuldung übertraf die Einkommensentwicklung so stark wie seit 2010 nicht mehr. Das Risikopotenzial der Regionen Davos und Oberengadin reduzierte sich deutlich. Somit zählen keine Tourismusgebiete mehr zu den Gefahrenregionen. Ostschweizer Wirtschaftsregionen zählen jedoch neu zur Kategorie Monitoringregionen.

Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index stand im 4. Quartal 2015 bei 1,41 Indexpunkten in der Risikozone. Gegenüber dem Vorquartal stieg der Index spürbar um 0,07 Punkte. Der stärkste Treiber des Blasenindex für Wohnimmobilien war die Zunahme der ausstehenden Hypothekarkredite der Haushalte, die im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent zulegten. Zwar verlangsamte sich damit die Wachstumsrate gegenüber dem Vorquartal und erreichte den tiefsten Wert seit 2008, doch im Vergleich zur Einkommensentwicklung war dies das stärkste Wachstum der letzten fünf Jahre. Denn das verfügbare Einkommen der Haushalte dürfte 2015 um rund 0,5 Prozent geschrumpft sein.

Zudem wirkten die Eigenheimpreise immer noch stützend auf den Blasenindex. Die Preise stiegen nominal zwar nur um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und rund 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Teuerungsbereinigt lag die Wachstumsrate aber fast 1 Prozentpunkt über der Höhe der durchschnittlichen Preissteigerungen der letzten zwei Jahre. Gedämpft wurde hingegen die Entwicklung des Blasenindex durch geringere Bauinvestitionen und einen weiter rückläufigen Anteil der Anträge für Hypothekarkredite bei UBS für Eigenheime zur Vermietung. Allerdings ist ein deutlicher Rückgang der Investitionsnachfrage nach Eigenheimen angesichts der breit gestützten Erwartung anhaltender Tiefzinsen nicht absehbar.

Erste Anzeichen der Überhitzung in der Ostschweiz
Die Preissteigerungen bei Eigenheimen verlagerten sich 2015 von den Zentren in die Peripherie. Die Ostschweiz schwang mit enorm hohen Preiswachstumsraten zwischen 4 bis 6 Prozent obenauf. Die Ostschweizer Regionen Thurtal, Oberthurgau und Linthgebiet erscheinen in der Folge erstmals auf der Risikokarte. Zusätzlich wurden Lugano nach überdurchschnittlichen Preissteigerungen neu als Gefahrenregion sowie Baden als Monitoringregion hochgestuft.

Entwarnung gibt es hingegen insbesondere bei touristischen Regionen, in denen das Überangebot und der starke Franken auf die Eigenheimpreise drückten. Davos und das Oberengadin wurden angesichts der Preisrückgänge von Gefahrenregionen zu Monitoringregionen zurückgestuft, da sich dort das Gefahrenpotenzial deutlich reduzierte. (UBS/mc/ps)

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