Uhrenexporte brechen im Juni erneut ein

Uhren
(Foto: injenerker - Fotolia.com)

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Biel – Das Leiden in der Schweizer Uhrenindustrie geht weiter, der Abwärtstrend hat sich zuletzt gar wieder beschleunigt. So brachte der Juni den bislang stärksten Rückgang der Uhrenexporte im bisherigen Jahresverlauf. Dabei zeigten alle relevanten Absatzmärkte ein Minus.

Insgesamt verringerte sich das Exportvolumen im Juni verglichen mit dem Vorjahresmonat um 314 Mio bzw. 16,1% auf 1,64 Mrd CHF. Real betrug das Minus 20,9%, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) und der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am Donnerstag mitteilten. Arbeitstagsbereinigt ergibt sich ein Rückgang von nominal 16,0% bzw. real 20,8%.

Gegenüber den Vormonaten hat sich der Rückgang damit wieder beschleunigt. So waren die Uhrenexporte im Mai nominal um 9,7% (real -9,8%), im April um 14% (11%) sowie im März um 16% (21%) gesunken.

Im ersten Semester 2016 wurden kumuliert Uhren im Wert von 9,48 Mrd CHF exportiert – ein Minus von nominal 10,6%. Die Zahlen belegen die Schwierigkeiten, mit welchen die Industrie nun schon seit vielen Monaten konfrontiert sei, schreibt der Uhrenverband.

Weniger exportierte Luxusuhren
Stark rückläufig waren auch im Juni wieder die Exporte von Edelmetall-Uhren. In Stückzahlen gemessen sank das Volumen um knapp 25% und in Franken gar um über 31% auf 491 Mio CHF. Deutlich weniger stark rückläufig präsentierten sich die exportierten Stahluhren. Die Stückzahl sank hier um 9%, die Umsätze um gut 6% auf 642 Mio. Gold-Stahluhren wurden in Stück 12,5% und wertmässig 5,4% weniger exportiert.

Nach Preissegmenten betrachtet, verminderten sich erneut die Exporte von Uhren mit Exportpreisen von 200-500 CHF am stärksten. Deren Volumen nahm sowohl in Stück wie in Franken um knapp 20% ab. Ebenfalls wieder stark war der Rückgang bei den sehr teuren Uhren im Wert von 3’000 CHF und mehr (Stückzahl: -10%; Franken: -19,5%), sowie bei den Uhren in der billigsten Kategorie bis 200 CHF (-16,5%; -12%). Lediglich die Uhren in der Preisklasse von 500-3’000 CHF konnten einen zweistelligen Rückgang vermeiden (-3,4%; -6,5%).

Schwache Nachfrage in allen Märkten – Hongkong erneut stark rückläufig
Alle relevanten Märkte waren im Juni rückläufig. Erneut regelrecht eingebrochen ist die Nachfrage im wichtigsten Absatzmarkt Hongkong. Die Ausfuhren dorthin verminderten sich um über 29% auf noch 185,5 Mio CHF. Einen starken Rückgang verzeichneten auch Italien (-28%), Grossbritannien (-26%), Russland (-25,5%) und Belgien (-26%).

Etwas besser lief es dagegen in den wichtigen Märkten USA (-8,5%), Japan (-4%) und China (-6,5%). (awp/mc/ps)

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