Valora schliesst Fokussierung auf Retail ab

Michael Müller
Valora-CEO Michael Müller. (Foto: Valora/Flickr)

Valora-CEO Michael Müller. (Foto: Valora/Flickr)

Muttenz – Der Handelskonzern Valora verkauft die im Distributionsgeschäft tätige Sparte Trade an die deutsche Beteiligungsgesellschaft Aurelius und schliesst damit die Fokussierung weitgehend ab. Die Ziele für das Gesamtjahr 2015 werden bestätigt. Analysten sind von den finanziellen Eckwerten des Deals nicht begeistert.

Der Kaufvertrag beinhalte sämtliche Gesellschaften der Sparte Trade in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland, teilt Valora am Montag mit. Der Transaktionswert (EV) liege bei 45 Mio CHF, wobei eine Earn-out-Komponente von 20 Mio CHF eingerechnet sei. Der Vertragsvollzug steht gemäss den Angaben noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden und werde im Dezember 2015 erwartet.

Der Käufer Aurelius ist ein auf die Übernahme und Neuausrichtung von Unternehmen spezialisierter Konzern. Im Jahr 2014 hatte die Gesellschaft in der Schweiz von der Publigroupe das Geschäft mit der klassischen Werbevermarktung gekauft.

Spartenverlust von 75 Mio CHF erwartet
Den Verkauf der Division Trade hatte Valora bereits im vergangenen Frühjahr angekündigt. Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete das Distributionsgeschäft insgesamt einen Nettoerlös von mehr als 600 Mio CHF und ein bereinigtes Betriebsergebnis von rund 3 Mio CHF. 2015 sei der Geschäftsbereich mit einem „äusserst anspruchsvollen Marktumfeld“ konfrontiert gewesen, so die Meldung.

Per Mitte 2015 hatte Valora Wertberichtigungen für die Sparte von 33 Mio CHF vorgenommen, und bereits 2014 waren Abschreibungen von 17 Mio verbucht worden. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nun mit einem Spartenverlust von rund 75 Mio CHF, was insbesondere auf die Auflösung von Währungsumrechnungsdifferenzen und der Ablösung von konzerninternen Darlehen zurückzuführen sei.

Umbau weitgehend abgeschlossen – Ziele bestätigt
Mit dem Verkauf der Sparte Trade, der Veräusserung der Division Services im Jahr 2014 und der Übernahme des Westschweizer Naville hat Valora den Konzernumbau nun weitgehend abgeschlossen. Geprüft wird zur Zeit noch der Verkauf der Logistikplattform von Naville.

Die Zielsetzung für das Gesamtjahr aus dem fortgeführten Geschäft wird mit der heutigen Mitteilung bestätigt. Valora sei „solide unterwegs“ um die Zielsetzung von 45 bis 50 Mio CHF auf Stufe EBIT zu erfüllen, heisst es. Auch die geographische Expansion des Formats Brezelkönig in internationale Märkte schreite wie geplant voran.

Aktie im Minus – Verkaufserlös unter den Erwartungen
An der Börse werden die Neuigkeiten wenig euphorisch aufgenommen. Bis Handelsende verloren die Valora-Aktien 0,9%. Analysten bezeichnen den Verkauf in ersten Kommentaren als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings liege der Verkaufserlös klar unter den Erwartungen und der Reinverlust aus dem Verkauf deutlich darüber, schreibt etwa die Bank Vontobel. Auch die ZKB zeigt sich ob dem Verkaufspreis enttäuscht. Allerdings biete die Dividendenrendite von gut 6% der Aktie einen gewissen Schutz gegenüber grösseren Rückschlägen. (awp/mc/upd/pg)

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