Züblin: Köpferollen nach Vekselbergs Beteiligungsausbau

Viktor Vekselberg
Der russische Oligarch Viktor Vekselberg. (Foto: Renova)

Grossinvestor Viktor Vekselberg.

Zürich – Bei der Immobiliengesellschaft Züblin kommt es zu personellen Veränderungen, nachdem der russische Investor Viktor Vekselberg seinen Anteil am Unternehmen auf ein Drittel ausgebaut hat: Verwaltungsratspräsident (VRP) Pierre Rossier und CEO Bruno Schefer machen ihren Platz frei.

Vekselberg ist über seine Investitionsgesellschaft Lamesa nach der Aufstockung grösster Aktionär von Züblin mit einem Anteil von 33% (vorher 16%). Man habe zugekauft, um eine «aktivere» Aktionärin zu werden und die «notwendigen» Änderungen für eine nachhaltige und geschäftlich erfolgsversprechende Zukunft des Unternehmens einzuleiten, teilte Lamesa am Vorabend mit.

Mit Management-Leistung nicht zufrieden
Mit der Leistung des Züblin-Managements ist man bei Lamesa nämlich nicht zufrieden. In der Mitteilung wird die Performance der Aktie im letzten Jahrzehnt nachgezeichnet: Es resultierte ein Wertverlust von über 80%, während der Gesamtmarkt SPI um über 100% anstieg.

Zudem sieht Lamesa in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens keine Basis für eine «gute weitere» Entwicklung. Lamesa spricht sich gegen die im April eingeleitete Strategieänderung aus, die den Verkauf aller Schweizer Vermögenswerte und den Fokus auf die französischen und deutschen Märkte vorsieht.

Lamesa schlägt Iosif Bakaleynik als Präsidenten vor
In der Folge fordert Lamesa die Wahl eines neuen VRP und eine Bestellung des Gremiums mit «mehrheitlich unabhängigen» Mitgliedern. Als Präsident wird Iosif Bakaleynik vorgeschlagen. Er ist den Angaben zufolge «Berater» von Vekselberg und eine erfahrene Führungspersönlichkeit.

Wie nun Züblin am Dienstag mitteilt, habe sich VRP Pierre Rossier entschieden, an der heutigen ordentlichen Generalversammlung nicht mehr für eine Wiederwahl zu kandidieren. Zudem räumt auch Züblin-CEO Bruno Schefer seinen Stuhl: Er habe «vertragskonform» seinen Arbeitsvertrag per Ende Juli 2014 gekündigt, wie es heisst.

Rote Zahlen
Die operative Entwicklung bei Züblin wurde in den vergangenen Jahren stark von der Sanierung grösserer Liegenschaften in Frankreich belastet. Zudem blieb Züblin auf einem Teil von nicht-strategischen Liegenschaften in den Niederlanden und teilweise auch in Deutschland sitzen – trotz langjähriger Verkaufsbemühungen. In den vergangenen zwei Geschäftsjahren schrieb das Unternehmen rote Zahlen.

Wie Lamesa das Ruder herumreissen will, bleibt abzuwarten. Man habe die Absicht, Züblin als eine international tätige Immobilien-Investitionsgesellschaft zu stärken, die in der Schweiz und in ganz Europa tätig ist und Vermögenswerte in hochwertigen Immobilien besitzt, heisst es.

An der Börse haben die Züblin-Aktien um 12% auf 1,88 CHF zugelegt, während der Gesamtmarkt (SPI) um 0,05% leicht anstieg. (awp/mc/ps)

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