Vetropack lässt Corona-Einbruch deutlich hinter sich

Johann Reiter
Vetropack-CEO Johann Reiter. (Foto: Vetropack)

Bülach – Der Flaschen- und Glasverpackungshersteller Vetropack ist im ersten Halbjahr 2021 markant gewachsen und hat die Corona-Scharte ausgewetzt. Beim Gewinn resultierte gegenüber dem Vorjahr hingegen ein Rückgang, weil damals ein Immobilienverkauf viel Geld in die Kassen spülte.

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23,3 Prozent auf 399,2 Millionen Franken, wie das Bülacher Unternehmen am Dienstag mitteilte. Dieses Wachstum sei grösstenteils aus eigener Kraft erreicht worden. Geholfen habe aber auch die Übernahme einer Fabrik in Moldawien, die für knapp ein Drittel der Umsatzsteigerung stand.

Mit dem Halbjahresumsatz wurde nicht nur der Vorjahresumsatz in den Schatten gestellt, der wegen der Coronakrise relativ tief ausgefallen war, sondern es wurde auch der Vor-Corona-Wert aus dem Jahr 2019 markant übertroffen – damals hatten die Verkäufe bei 361,2 Millionen gelegen. Deutlich übertroffen wurden auch die durchschnittlichen Analystenschätzungen (AWP-Konsens).

In Europa sei die Nachfrage nach Glasverpackungen gestiegen, so die Mitteilung. Aufgrund des Nachfrage-Booms hätten die wieder geöffneten Gastronomiebetriebe ihre Lager aufbauen müssen.

EBIT hält nicht Schritt
Der operative Gewinn auf Stufe EBIT nahm im ersten Semester gleichwohl nur um 13,4 Prozent auf 46,6 Millionen zu und blieb auch unter dem Vor-Corona-Wert von 48,0 Millionen. Gründe für die gedämpfte Entwicklung waren höhere Produktionskosten. Namentlich genannt wurden höhere Kosten für Energie, Rohstoffe, Verpackung und Transport.

Hier waren sich die Analysten im Vorfeld sehr uneinig gewesen. Die ausgewiesene Zahl liegt nun aber auch klar über dem Konsens.

Unter dem Strich verdiente Vetropack mit 40,4 Millionen (-12,7%) wie erwartet deutlich weniger. Im Vorjahr hatte allerdings wegen eines Immobilienverkaufs ein hoher Sondergewinn von fast 12 Millionen resultiert.

Ziele angepasst
Modifiziert wurden die Ziele für das Gesamtjahr. Unter optimalen Bedingungen könne im zweiten Halbjahr erneut ein Umsatz wie im ersten Halbjahrs erreicht werden, heisst es. Zudem wird nun erwartet, dass die EBIT-Marge im zweiten Halbjahr zwar nicht diejenige des ersten Semesters erreichen wird (10,1%). Gleichwohl wird für das Gesamtjahr ein operative Ergebnis deutlich über dem Vorjahr in Aussicht gestellt.

Die Inflation der Produktionskosten werde zu einer generellen Steigerung der Verkaufspreise führen, heisst es zur Begründung des EBIT-Ziels. Wie diese notwendigen Preisanpassungen noch im zweiten Halbjahr umgesetzt werden können, sei jedoch offen. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.