Syngenta mit starkem Umsatzeinbruch wegen Dollar-Stärke

Michael Mack

Syngenta-CEO Michael Mack. (Foto: Syngenta)

Basel – Die Dollarstärke und der langsame Start in die US-Anbausaison haben den Umsatz von Syngenta zu Jahresbeginn wegbrechen lassen. Die Basler sind aber zuversichtlich, den Rückstand wieder aufzuholen; die Jahresprognose wurde daher bestätigt. An der Börse ist man aber nicht zufrieden.

Der Umsatz von Syngenta brach in den Monaten Januar bis März um satte 14% auf 4,02 Mrd USD ein. Das ist deutlich weniger, als Analysten erwartet hatten. In lokalen Währungen (LW) stagnierte der Umsatz hingegen, wie Syngenta am Freitag mitteilte. Vor allen die Aufwertung des Dollars zum Euro und zu den Währungen in den GUS-Staaten belasteten die Rechnung.

Preiserhöhungen
Syngenta steuert mit Preiserhöhungen dagegen: «Wir haben mit Preiserhöhungen 80% der Entwertung in den GUS-Staaten zu kompensieren vermocht», sagte Finanzchef John Ramsey im Gespräch mit AWP. Insgesamt seien die Verkaufspreise im Berichtsquartal um 8% erhöht worden; ohne die GUS-Staaten legten sie um 1% zu. Ramsey geht ferner davon aus, dass sich der Gegenwind von den Währungen in den nächsten drei Jahresvierteln etwas legen wird.

Beim Pflanzenschutz, dem wichtigsten Unternehmensbereich, sank der Umsatz um 12% auf 2,84 Mrd USD, in Lokalwährungen resultierte ein Plus von 1%. Beim Saatgut brachen die Verkäufe gar um 19% auf 1,02 Mrd ein, in Lokalwährungen stagnierten sie hingegen.

Nordamerika: Nach hartem Winter hinter dem Zeitplan zurück
Syngenta erfuhr aber nicht nur Währungseffekte, sondern konnte auch 7% weniger Volumen am Markt absetzten. Davon sind 1 bis 1,5 Prozentpunkte dem freiwilligen Rückzug aus Teilen des margenschwachen Glyphosat-Geschäfts geschuldet. Der Rest sei vor allem dem harten Winter in Nordamerika zuzurechnen. Dort setzte Syngenta mit 1,02 Mrd USD 17% weniger um. Auch der anhaltende Wechsel der US-Landwirte von Mais auf Soja belastet die Branche. Denn für die Aufzucht von Sojapflanzen werden deutlich weniger Spritzmittel benötigt. Mit Blick auf die aktuelle Witterung ist Ramsey aber nun sehr zuversichtlich, was das Geschäft im zweiten Quartal in Nordamerika betrifft. Man werde einen grossen Teil der verpassten Verkäufe wieder aufholen. «Die Landwirte werden deswegen keinen Spritzzyklus auslassen», meinte der Finanzchef.

Wachstum in LW in EMEA und Lateinamerika
In der Region Europa, Afrika und dem Mittleren Osten (EMEA) wuchsen die Verkäufe in LW um 15% auf 1,83 Mrd, in Dollar ausgewiesen gingen sie allerdings um 13% zurück. Dort habe das starke Wachstum beim Pflanzenschutz die Schwäche im Saatgutgeschäft kompensiert.

In Lateinamerika setzte Syngenta zum Abschluss der dortigen Anbausaison mit 495 Mio USD 17% (LW) weniger um. Zwar habe das neu eingeführte Fungizid Elatus einen positiven Beitrag geleistet, doch der Verkauf von Insektiziden sei wegen des geringen Schädlingsdrucks gesunken. Und wie in Nordamerika seien auch in Brasilien die Anbauflächen für Mais zurückgegangen.

In Asien/Pazifik sank der Umsatz um 10% (LW) auf 502 Mio. Syngenta führt hier die erhöhte Konsumsteuer in Japan und die Einstellung von flüssigen Paraquat-Formulierungen in China an. Der umstrittene Unkrautvernichter ist unter anderem in der EU und in der Schweiz seit langem verboten.

Prognose bestätigt
Syngenta hat trotz des unerwartet starken Umsatzeinbruchs seine Jahresprognose bestätigt. Zu Jahresbeginn hatte der Konzern «im Wesentlichen» unveränderte Umsätze in Lokalwährungen in Aussicht gestellt. Das Betriebsergebnis (EBITDA) nach Währungseinflüssen wird sich laut den aktuellen Angaben etwa auf dem Niveau von 2014 bewegen.

Man sei zudem auf Kurs, die angepeilten Kosteneinsparungen zu erreichen. Ziel der im Februar 2014 angekündigten Massnahmen ist es, im Vertrieb, in der Forschung und in der Administration 2015 die Kosten um 265 Mio USD zu senken. Das EBITDA-Margenziel von 24 bis 26% im Jahr 2018 wurde später an einer Analystenkonferenz ebenfalls bestätigt.

Eine bestätigte Prognose konnte die Börsianer nicht besänftigen: Die Syngenta-Aktien verloren im Freitagshandel spürbar und schlossen -4,4% tiefer auf 328,10 CHF, während der am SMI gemessene Gesamtmarkt um 1,8% nachgab. Denn die Analysten hatten nicht nur der negativen Währungseffekt unterschätzt; auch der starke Volumenrückgang enttäuschte die Experten. (awp/mc/pg)

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