Weko büsst im Aargau 17 Baufirmen

Baustelle
(Symbolbild)

Bern – Die Wettbewerbskommission (Weko) hat 17 im Kanton Aargau tätigen Baufirmen Geldbussen auferlegt. Die betroffenen Bauunternehmen hätten zwischen 2006 und 2009 unzulässige Submissionsabsprachen über Preise und die Aufteilung von Märkten getroffen, teilt die Weko am Donnerstag mit. Die Summe der Geldbussen beläuft sich gemäss Mitteilung auf rund 4 Mio CHF.

Die grössten Bussen wurden mit 1,44 Mio gegen Umbricht in Turgi, mit 0,64 Mio gegen die Würenlinger Granella und mit 0,59 Mio gegen Implenia ausgesprochen. Eine weitere Untersuchung betreffend den Strassen- und Tiefbau im Kanton Zürich laufe noch. In ihrem Entscheid vom 16. Dezember 2011 habe die Weko berücksichtigt, dass sieben der beteiligten Baufirmen während der Untersuchung mit der Wettbewerbsbehörde kooperiert hätten. Sofern die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt seien, erhalte das erste meldende und kooperierende Unternehmen eine Sanktionsreduktion von 100%, alle weiteren Firmen eine Reduktion von bis zu 50%.

Sieben Firmen profitieren von Kronzeugenregelung
Die im Juni 2009 durch Hausdurchsuchungen eröffnete Untersuchung hat gemäss Weko gezeigt, dass sich die beteiligten Baufirmen bei rund 100 Submissionen zwischen 2006 und 2009 abgesprochen haben. Es seien bei öffentlichen und privaten Ausschreibungen die Beträge der Eingaben koordiniert und so Bauprojekte und Kunden untereinander aufgeteilt worden. Die Sanktionen seien für die einzelnen Unternehmen aufgrund ihres Umsatzes auf den relevanten Märkten und der Schwere der Wettbewerbsbeschränkung berechnet worden. Insgesamt sieben der beteiligten Firmen hätten von der Kronzeugenregelung (Bonus) profitiert, davon eine – Birchmeier in Döttingen – von einer vollständigen Sanktionsreduktion, heisst es weiter. Die Untersuchung gegen Hüppi sei ohne Folge eingestellt worden.

Bussen noch nicht rechtskräftig
Neben Umbricht, Granella und Implenia wurden gemäss Mitteilung gebüsst Erne mit 0,48 Mio, Cellere mit 0,15 Mio, Ernst Frei mit 0,15 Mio, Meier Söhne mit 0,15 Mio, Knecht mit 0,11 Mio sowie ferner Gebrüder Meier mit 51’156 CHF, Walo Bertschinger mit 50’000 CHF, Ziegler mit 32’784 CHF, Neue Bau mit 26’345 CHF, H. Graf mit 20’866 CHF, G. Schmid mit 11’642 CHF, Käppeli mit 5’000 CHF, Sustra mit 5’000 CHF und Treier mit 3’784 CHF. Ursprünglich hatte das Sekretariat der WEKO im vergangenen Sommer Bussen von insgesamt 7 Mio CHF für die Baufirmen beantragt. Nach Anhörung der betroffenen Firmen passte die Kommission die Beträge an und verhängte die Sanktionen. Die Bussen sind noch nicht rechtskräftig und können beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. (awp/mc/upd/ps)

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