Züblin senkt Portfolio-Wert und plant Kapitalmassnahmen

Viktor Vekselberg
Der russische Oligarch Viktor Vekselberg. (Foto: Renova)

Viktor Vekselberg hält über seine Beteiligungsgesellschaft Renova 33% an Züblin.

Zürich – Die neue Chefetage von Züblin befürchtet, dass das Immobilienportfolio weniger wert ist als bislang angenommen und stellt für den Halbjahresabschluss happige Bewertungsanpassungen in Aussicht. Ausserdem wird geprüft, wie die Kapitalbasis gestärkt werden kann.

Grundlage für die Befürchtungen sind die Resultate einer vorläufigen Portfolioanalyse durch das Unternehmen JLL. Dieses wurde zum neuen Schätzer für die Märkte in Frankreich, Deutschland, Holland und der Schweiz ernannt, wie Züblin am Montag mitteilt. Das Ziel eine konsistente Einschätzung des Portfolios.

Bewertungsanpassung um 10% bis 15%
Die vorläufige Portfolioanalyse habe nun in Frankreich „signifikant tiefere geschätzte Marktwerte“ im Vergleich zu den Werten zum Ende des Geschäftsjahres 2013/14 ergeben, heisst es weiter. Es werde erwartet, dass negative Neubewertungen des französischen Portfolios 15% bis 20% erreichen könnten.

In Kombination mit Anpassungen in der Schweiz, Deutschland und in Holland könnte dies laut der Mitteilung zu einer negativen Anpassung der Bewertung des Gesamtportfolios von 10% bis 15% führen. Sämtliche Bewertungsanpassungen würden laut dem Communiqué in die Halbjahreszahlen 2014/15 einfliessen, die am 18. November veröffentlicht werden.

Gebäude in Paris stehen leer
Frankreich sei der herausforderndste Markt für Züblin, heisst es zur Begründung. Die kürzlich renovierten Gebäude in Paris stünden weiterhin leer. Deshalb seien die angebotenen Mietpreise reduziert worden – was den Wert der Immobilien negativ beeinflusse.

Mit dem Halbjahresabschluss will der Verwaltungsrat und das Management zudem Massnahmen präsentieren, um die Kapitalbasis der Gesellschaft zu stärken und die Gesellschaft wieder auf ein solides Fundament zu stellen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Vekselberg am Ruder
Bei Züblin übernahm erst Anfang Oktober Verwaltungsratspräsident Iosif Bakaleynik auch die operative Leitung des Unternehmens. Bakaleynik ist der Vertreter des russischen Investors Viktor Vekselberg beim Immobilienunternehmen. Nachdem Vekselberg via seine Beteiligungsgesellschaft Lamesa den Anteil an Züblin im Juni auf 33% von vorher 16% erhöht hatte, räumten der damalige Verwaltungsratspräsident Pierre Rossier und CEO Bruno Schefer ihre Posten.

Unter dem Gespann Rossier/Schefer hatte sich Züblin auf Büroimmobilien in Deutschland und Frankreich konzentrieren wollen. Vekselberg erklärte sich damit nicht einverstanden. (awp/mc/ps)

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