Zürich: BVK-Prozess beginnt im Juli

Gericht, Urteil

Zürich – Einer der grössten Korruptionsfälle im Kanton Zürich kommt diesen Sommer vor Gericht: Der Prozess gegen den ehemaligen Anlagechef der Pensionskasse BVK des Kantons Zürich und drei weitere Angeklagte beginnt am 11. Juli. Hauptangeklagter ist der ehemalige Anlagechef der BVK. Ihm werden unter anderem mehrfache passive Bestechung und mehrfache ungetreue Amtsführung vorgeworfen. Er soll zwischen 2000 und 2010 von fünf BVK-Geschäftspartnern wiederholt Bargeld und andere finanzielle Vorteile angenommen haben oder sich versprechen lassen.

Der ehemalige Anlagechef und drei seiner damaligen Geschäftspartner müssen sich vom 11. bis zum 13 Juli vor Gericht verantworten, wie ein Sprecher der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft am Montag einen Artikel im «Tages-Anzeiger» bestätigte. Zwei weitere Beschuldigte stehen dann am 12. und 13. September vor den Richtern. Im Falle des ehemaligen Anlagechefs beläuft sich der Deliktsbetrag gemäss Oberstaatsanwaltschaft auf 1,7 Mio CHF. Ausserdem soll er durch falsche Anlageentscheide der BVK Schaden von rund 45 Mio CHF zugefügt haben. Den anderen Angeklagten wird vorgeworfen, den Anlagechef bestochen zu haben, damit sie von ihm Auftäge erhielten.

PUK-Bericht soll im Sommer erscheinen
Nach der Verhaftung des Chefs der Zürcher Personalvorsorge im Frühjahr 2010 hatte die Zürcher Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) unverzüglich eine Administrativuntersuchung eingeleitet. Diese hatte verschiedene organisatorische Mängel bei der BVK zutage gefördert. Unabhängig von der strafrechtlichen und administrativen Untersuchung hatte der Kantonsrat zur politischen Aufarbeitung der Affäre eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) eingesetzt. Deren Bericht soll im Sommer vorliegen. (awp/mc/ps)

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