Auf dem Bürostuhl in die Museen

Artproject

Blockbusters gibt’s in Museen zuhauf. Bisher wurden sie gehütet und beschützt nur in den heiligen Hallen der Museen gezeigt. Nun kommen sie auf den Desk.

Als Kind stellte ich mir jeweils vor, wie schön es wäre, man dürfte wieder zurück in den Kinderwagen – man bräuchte nicht zu stehen oder sich mühsam vor den Bildern der grossen Museen vorbei zu schleppen bis dass man sich endlich vor Erschöpfung auf ein spartanisches Museumsbänklein niederlassen darf.

Zurückgelehnt kann man nun im Bürostuhl mit Rädern sitzen und die Bilder der grossen Museen anschauen.

Nun ist der Traum in Erfüllung gegangen
Googles Artproject macht es möglich. Zurückgelehnt kann man nun im Bürostuhl mit Rädern sitzen und die Bilder der grossen Museen anschauen. Die Zoomfunktion lässt den Betrachter in das Bild eintauchen, ohne dass man den Überblick verliert. Keine störenden Lichtschranken oder Museumspersonal wirft sich dazwischen, in der Panik, der Hauch könnte dem Bild zu viel Luftfeuchtigkeit bringen und die Farbe könnte dadurch abplatzen.

httpv://www.youtube.com/watch?v=GThNZH5Q1yY&feature=player_embedded

Mit Ruhe anzusehen
So kann man endlich in Ruhe die einzelnen Pinselstriche beobachten. Und das Bild beginnt sich dem Betrachter völlig neu zu erschliessen, denn bisher war es nicht möglich den Pinselstrich in all seinen Feinheiten zu beobachten, weil oftmals, aus konservatorischen Gründen, das Licht fehlte. Bei der Erfassung der Bilder wurde aber ein so perfektes und spiegelfreies Licht verwendet, dass man nun auch tiefer liegende Farbschichten in den Haarrissen erkennen kann. Dies war bis anhin den Restauratoren, also den Profis vorbehalten. Welch ein Augenschmaus!

Die Feinheiten – alles ist da
So surft man von der Alten Nationalgalerie in Berlin, in der man sich den Mönch am Meer von C.D. Friedrich angesehen hat – man kann die Vögel im Himmel erkennen – direkt nach Madrid in das Museo Reina Sofia, wo man sich durch die virtuellen Räume des Museum bewegen kann. Man kann dort von Raum zu Raum springen oder über die Stockwerke wechseln und durch die Korridore fliegen.

Geteilte Freude
Ums ich seine Freude zu teilen kann man die Bilder in einer persönlichen Galerie speichern. Diese kann man dann auch noch mit seinen Freunden teilen. Oder man kann sich auch Videos anschauen, die die Museen produziert haben, um noch mehr Informationen zu geben.

Welche Wünsche bleiben offen? Vielleicht der Duft von Ölfarbe und Dammarharz oder das Glänzen des Goldgrundes – aber sicher lässt sich die Präsenz der Farbe nicht vermissen.
(mc/th)

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