Dominikanische Republik: Mehr als Traumstrände, Palmen und Merengue

Dominikanische Republik: Mehr als Traumstrände, Palmen und Merengue

Kolumbusstatue im Parque Colón in Santo Domingo. (Foto: ps)

Ein Augenschein in der DomRep (Teil 1):

Von Peter Stöferle

Die Dominikanische Republik wird zumeist mit weissen Sandstränden, türkisblauem Meer und karibischer Lebensfreude assoziiert. Das stimmt alles – aber nicht nur. Der Inselstaat bietet über 30 Nationalparks in verschiedenen Vegetationszonen, das höchste Gebirge der Karibik und jede Menge Kulturgüter aus der Kolonialzeit. Ein Augenschein.

Ausgangspunkt unserer Reisen ins Landesinnere mit TUI Suisse(*) ist das RIU Palace Bavaro in Punta Cana. Das Fünfsternhotel ist Teil eines Resorts von insgesamt fünf Hotelkomplexen der TUI-Exklusivmarke RIU.

Ein Teil der Gäste, die am Vorabend am Flughafen von Punta Cana gelandet sind und am Morgen den Minibus für den Ausflug in die Hauptstadt Santo Domingo besteigen, hat ein erstes Oh-ah-oh-Erlebnis bereits hinter sich. Der Sonnenaufgang kurz nach sechs Uhr am Meeresufer hat das frühe Aufstehen mehr als wettgemacht. Tiefrot erhebt sich die Sonne am Horizont aus dem Meer und taucht den Strand in rötliches Licht, welches sich alsbald in ein Orange und kurz darauf in gleissendes Weiss wandelt. Da leuchtet sprichwörtlich ein, weshalb der Sonne in alten Zeiten eine besondere Verehrung zuteil geworden ist.

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Oh-ah-oh-Erlebnis: Sonnenaufgang am Strand des Hotels RIU Palace Bavaro in Punta Cana. (Foto: ps) – (Für Vergrösserung klicken)

Unser Guide im Minibus heisst Rubén, ein Mitdreissiger, der perfekt Deutsch spricht und uns während der gut zweistündigen Fahrt nach Santo Domingo mit Informationen über Land und Leute in lexikalischem Ausmass versorgt. Noch vor zwei Jahren dauerte die Reise mit dem Auto von Punta Cana im Osten des Landes in die Hauptstadt im Süden vier bis fünf Stunden. Im Zuge der touristischen Entwicklung ist eine Autobahn gebaut worden, welche die Fahrzeit massiv verkürzt und die grösseren Orte vom Verkehr entlastet. Damit diese Orte für uns aber nicht links liegen bleiben, verlassen wir mehrmals die Autobahn und sehen so von Städten wie La Romana mehr als nur den Stadtrand.

Kaffee vom Feinsten
Bevor wir nach La Romana gelangen, machen wir einen Abstecher weg von der Küste zum Künstlerdorf Altos de Chavón, das in den 1970-er und 80-er-Jahren im Stil des 16. Jahrhunderts aufgebaut worden ist. Im gleichnamigen Amphitheater – dieses aber im römischen Stil – sind schon die ganz Grossen des Showgeschäfts aufgetreten. Und wie es sich für Künstler gehört, ist morgens um neun Uhr noch keiner wach. So haben wir das Dorf für uns alleine – die ersten Cafés sind trotzdem schon offen und uns wird ein Espresso serviert, alleine dessentwegen sich die Reise in die Dominikanische Republik schon gelohnt hätte. Nebst Zucker, Kakao und Tabak gehört auch Kaffee zu den wichtigsten Exportgütern des Karibikstaates.

Der Fluss Rio Chavón, den wir bei der Fahrt nach Altos de Chavón überqueren, diente schon als Filmkulisse für Szenen aus «Apocalypse Now», «Jurassic Park» oder mehrere «Rambo»-Streifen.

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Auf römisch gemacht: Amphitheater von Altos de Chavón. (Foto: ps)

Rubén informiert uns, dass das Anpflanzen von Zuckerrohr der mit Abstand grösste Zweig der Landwirtschaft ist. Geerntet wird fünf bis sechs Mal jährlich und das von Hand. Das maschinelle Einbringen würde die Wurzeln der Pflanzen beschädigen und eine neue Aussaat bedingen. Selbstverständlich wird Zuckerrohr nicht nur zu Zucker, sondern auch zu Rum verarbeitet – hier nicht ganz ernst auch Vitamin genannt.

In La Romana begegnen wir häufig Motorrädern, auf denen bis zu drei Personen sitzen. «Taxis!» lacht Rubén und erzählt uns, dass sich Besitzer von Motorrädern auf diese Weise einen Zustupf verdienen. Und wenn es das Motorrad aushält, so nimmt ohne Weiteres auch noch ein vierter Fahrgast auf dem «Sammeltaxi» Platz.

Koloss am Wegrand
Auf der Fahrt von La Romana nach Santo Domingo wechseln die Farben des Meeres im Minutentakt, von türkisgrün bis dunkelblau, je nach Winkel zwischen dem Wasser und uns Betrachtern. Kurz vor der Hauptstadt halten wir beim Leuchtturm des Kolumbus, dem Faro a Colón. Der riesige Kubus sieht so aus, als wäre ein Teil des Kolosses des KdF-Seebads Prora auf Rügen über das Meer geschippert und am Ufer bei Santo Domingo gestrandet. Der Faro a Colón – in den 30-er-Jahren geplant, aber erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts erbaut – beherbergt die Gebeine von Christoph Kolumbus. Heisst es zumindest. Nachts wird die Form des kreuzförmig angelegten Gebäudes von hunderten vertikalen Lichtstrahlern in den Himmel projiziert.

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Koloss: Faro a Colón bei Santo Domingo zu Ehren von Kolumbus. (Foto: ps)

Die älteste Stadt der Neuen Welt
Santo Domingo wurde im späten 15. Jahrhundert von Kolumbus‘ Bruder Bartolomeo gegründet und gilt als älteste von Europäern erbaute Stadt in der Neuen Welt. Kolumbus und seinen spanischen Nachfahren begegnet man hier auf Schritt und Tritt. Im Alcázar de Colón, wo sich im 16. Jahrhundert der Sitz der Kolonialregierung befunden hat, ist heute ein Museum untergebracht. Der rege Besucherandrang dürfte aber nicht nur mit den Exponaten, sondern auch – oder vielmehr – mit dem Schatten in den nach aussen offenen Räumlichkeiten zu tun haben. Bei über 30 Grad Hitze und der für die Karibik üblich hohen Luftfeuchtigkeit gehen auch die Einheimischen der Sonne freiwillig aus dem Weg. Allerdings sind Schatten im Freien rar, da die Sonne um die Mittagszeit auch Ende September ziemlich senkrecht vom Himmel scheint.

Mittagessen im Hostal Nicolás de Ovando. Der Palast des gleichnamigen Gouverneurs stammt aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts. Hier erfahren wir, dass die historische Altstadt von Santo Domingo, genannt Ciudad Colonial und UNESCO-Weltkulturerbe nota bene, im Rahmen eines grossen Projekts für Touristen besser zugänglich gemacht wird. So soll unter anderem der Autoverkehr weitgehend aus der Innenstadt verbannt werden. In der Ciudad Colonial befinden sich mit der «Basilica Menor de la Virgen de La Anunciación» die älteste Kathedrale Amerikas (Einweihung 1540) und davor im Parque Colón das Kolumbus-Denkmal, auf dem der Seefahrer mit gestrecktem Zeigfinger den Weg gen Westen weist.

Die Aufwertung der historischen Altstadt von Santo Domingo ist Teil der nationalen Tourismusstrategie, welche sich zum Ziel gesetzt hat, die Besucherinnen und Besucher der Insel anzuregen, die Dominikanische Republik auch ausserhalb der Hotelanlagen an den Stränden zu erkunden. «Palmen & Kultur» sozusagen.

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Im Innern des Alcázar de Colón. (Foto: ps)

Himmelsspektakel
Nach der Rückkehr erfreuen wir uns in Punta Cana wieder den Annehmlichkeiten eines sehr guten Hotels und allem voran eines Bades im Meer nach Sonnenuntergang. Das Abendessen wird am Strand im Restaurant «Shellyfish» in Bávaro serviert. Nebst Delikatessen aus dem Meer erleben wir eine Überraschung der ganz besonderen Art: Während sich in der Schweiz Neugierige morgens um vier Uhr aus dem Bett schälen mussten, um Zeuge des Blutmondes vom 28. September zu werden, eröffnet sich uns dieses Spektakel abends um 10 Uhr zur besten «Sendezeit» während dem Znacht unter freiem Himmel. Und das zu Merengue-Klängen und –Tänzen. Unvergesslich!

(*) Diese Reisereportage entstand im Rahmen einer Medienreise von TUI Suisse in die Dominikanische Republik, an welcher der Autor teilgenommen hat.

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