General Suworow. Grossmächte im Hochgebirge.

Nationalmuseu
Eingang zur Ausstellung © Schweizerisches Nationalmuseum, Foto Mara Truog

Schwyz – Der dramatische Feldzug des russischen Generals Suworow von 1799 über die Schweizer Alpen hat einen Mythos geschaffen, der bis heute anhält. Die Ausstellung im Forum Schweizer Geschichte in Schwyz zeigt die Widrigkeiten für Soldaten und Einheimische auf und erzählt, wie Grossmächte und Ideologien sich im Gebirge gegenüberstanden.

1789 löst die Französische Revolution in Europa einen politischen Umbruch aus: Die Schweiz wird zum Kriegsschauplatz zwischen dem revolutionären Frankreich und den europäischen Monarchien. Zehn Jahre später besetzen französische Truppen die Schweiz und aus der alten Eidgenossenschaft wird die Helvetische Republik. Ländlicher Widerstand, politischer Aufbruch und die französische Besatzung prägen den jungen Staat.

In dieser Zeit sendet der russische Zar einen siegreichen General von den Schlachtfeldern Italiens in die Schweiz, um die Franzosen zu besiegen: Alexander Suworow. Der Marsch des Russen mit rund 21‘000 Mann von Lugano aus über den Gotthard, die Schöllenenschlucht, den Chinzig-Pass, durch das Muotatal, über den Pragel und am Schluss über den verschneiten Panixer ins Glarnerland, hat tragische Berühmtheit erlangt. Rund 5‘000 Soldaten überleben die Strapazen, die ständigen Gefechte und die schlechte Versorgungslage nicht. Auch die Bevölkerung in den Bergtälern leidet unter den vielen fremden Soldaten: Vorräte werden geplündert, Vieh geraubt oder geschlachtet. In vielen Dörfern zünden Soldaten ganze Häuser an, um nicht zu erfrieren.

Der französische Widerstand in Zürich verunmöglicht ein Durchkommen und so bleibt General Suworow und seinen Soldaten nur der Rückzug über Österreich nach Russland. Der als unbesiegbar geltende General hat auf diesem Feldzug keinen Ruhm erworben, er wird vom Zaren nicht empfangen und stirbt vereinsamt in der Nähe von Moskau. Erst nach seinem Tode wird er zum russischen Helden.

Die Ausstellung zeigt einerseits die Stationen von Suworows dramatischem Marsch über die Alpen. Andererseits thematisiert sie die Lage der Bevölkerung, die wegen des Truppendurchmarsches der russischen Armee – aber auch der französischen Besatzer – in Mitleidenschaft gezogen und auf Jahre geschädigt wird. Und schliesslich stellt die Ausstellung den Feldzug in den historischen Kontext der
Französischen Revolution, der Koalitionskriege und der Helvetischen Republik. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Willy G. Hirzel unterstützt. (mc/pg)

Forum Schweizer Geschichte Schwyz

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