Schweizer Grand Prix Design 2016 vergeben

Claudia Caviezel

Claudia Caviezel, Gewinnerin des Schweizer Grand Prix Design 2016. (Foto: BAK)

Bern – Das Bundesamt für Kultur zeichnet die Textildesignerin Claudia Caviezel, den Möbeldesigner und Innenarchitekt Hans Eichenberger und den Grafikdesigner Ralph Schraivogel mit dem diesjährigen Schweizer Grand Prix Design aus. Die Preisträgerin und Preisträger werden am Dienstag, den 14. Juni 2016 anlässlich der Ausstellungseröffnung der Swiss Design Awards 2016 geehrt.

Die Eidgenössische Designkommission hebt mit ihrer Wahl drei herausragende Gestalter hervor, welche entscheidende Impulse für das Kulturschaffen aus der Schweiz gesetzt haben: Ob durch die experimentelle Gestaltung der heute legendären und visuell unverwechselbaren Plakate Ralph Schraivolgels; durch Claudia Caviezels pionierhafte und innovative Muster- sowie Farbkombinationen in der schweizerischen Mode-, Textil- sowie Produktdesignpraxis; oder durch den epochalen Beitrag Hans Eichenbergers, also seine präzise und zugleich spielerische Entwicklung neuer Typologien im Möbel- und Interiordesign sowie seine weltweit beachteten Einzelstücke, wie dem berühmten Saffa-Stuhl.

Seit 2007 hebt der Schweizer Grand Prix Design, dotiert mit jeweils 40‘000 Schweizer Franken, das Werk von namhaften Designerinnen und Designern hervor, welches im nationalen und internationalen Kontext die Qualität und Relevanz Schweizer Designpraxis repräsentiert.

Die Preisträger

Claudia Caviezel, *1977 in Zug
Textildesignerin, St. Gallen
Die Textildesignerin Claudia Caviezel zeichnet sich durch ihre Neugierde und ihren scharfen Blick für das Potential von alltäglichen Dingen aus. Nach ihrer Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern arbeitete sie beim Haute-Couture-Textilhersteller Jakob Schlaepfer und entwickelte nebenbei verschiedenste weitere Projekte, die von Stoffen über Lampenschirme bis hin zu Teppichen und Wandbildern reichten. Bei all ihren Arbeiten pflegt Caviezel einen experimentellen und offenen Ansatz und kombiniert ihren einzigartigen Instinkt für Muster und Farben gekonnt mit ihrem herausragenden materiellen und technischen Know-how. Zurzeit ist sie als Leiterin für Stoffeinkauf und -entwicklung beim St. Galler Modeunternehmen Akris tätig.

Mit dem Schweizer Grand Prix Design 2016 würdigt die Eidgenössische Designkommission Caviezels Talent und tiefgreifenden Einfluss auf das zeitgenössische Schweizer Textildesign. Claudia Caviezel wurde 2003, 2007 und 2010 bereits mit einem Schweizer Designpreis ausgezeichnet.

Ralph Schraivogel, *1960 in Luzern
Grafikdesigner, Zürich
Der Grafikdesigner Ralph Schraivogel brilliert durch seine besonders präzise und sorgfältige Arbeitsweise. Nach seinem Studium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich eröffnete er sein eigenes Studio, ebenfalls in Zürich. Sein bevorzugtes Ausdrucksmittel ist das Plakat. Er hat für zahlreiche Schweizer Kulturakteure Werke kreiert: Insbesondere seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Zürcher Filmpodium, mit dem Museum für Gestaltung Zürich und mit dem Filmfestival Cinemafrica haben wirkungsstarke und aussagekräftige grafische Identitäten hervorgebracht, die das Schweizer Grafikdesign nachhaltig geprägt haben. Seine Plakate wurden mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet und sind in so bedeutenden Sammlungen wie dem Museum of Modern Art in New York vertreten. Schraivogel ist seit 1995 Mitglied der Alliance Graphique Internationale (AGI).

Mit dem Schweizer Grand Prix Design 2016 würdigt die Eidgenössische Designkommission Schraivogels einzigartige Position im Schweizer Grafikdesign, die ausdrucksvolle und konstante Identität seiner Werke und den grossen Einfluss seiner Plakate auf das Image und die Kommunikation vieler Schweizer Kulturakteure. Schraivogel wurde 1995, 1997 und 2000 bereits mit einem Schweizer Designpreis ausgezeichnet.

Hans Eichenberger, *1926 in Grosshöchstetten
Möbeldesigner und Innenarchitekt, Herrenschwanden, Bern
Hans Eichenberger ist ein bedeutender Schweizer Möbeldesigner und Innenarchitekt aus Herrenschwanden bei Bern. Nach seiner Ausbildung als Schreiner zog es ihn nach Paris, wo er in den frühen 1950er-Jahren Teil dieser dynamischen Kultur- und Kunstszene wurde, die sein Leben und seine Arbeit massgeblich beeinflussen sollte. Zurück in der Schweiz entwickelte er seine unnachahmlich klare Handschrift konsequent weiter und gilt nunmehr als einer der bedeutendsten Schweizer Designschaffenden des 20. Jahrhunderts. Mit Trix und Robert Haussmann, Kurt Thut, Teo Jakob und Alfred Hablützel gründete er das Label Swiss Design, arbeitete später auch mit Atelier 5 zusammen und kreierte beispielsweise Projekte für die Schweizerische Nationalbank, das Kunstmuseum Bern und die SBB – die zahlreichen Werke Eichenbergers sind deshalb untrennbar verbunden mit der Entwicklung der modernen Schweiz. Seine Arbeiten sind unter anderem im Museum of Modern Art in New York, im Vitra Design Museum in Weil am Rhein und im Museum für Gestaltung in Zürich ausgestellt.

Mit dem Schweizer Grand Prix Design 2016 würdigt die Eidgenössische Designkommission Eichenbergers wegweisende Rolle in der Schweizer Geschichte des Möbeldesigns und der Innenarchitektur des 20. Jahrhunderts sowie seinen grossen Einfluss auf mehrere Generationen nationaler und internationaler Designschaffender. Eichenberger wurde 1954, 1957 und 1958 bereits mit einem Schweizer Designpreis ausgezeichnet. Von 1977 bis 1983 war er als Experte für den Schweizer Designwettbewerb tätig. (Bundesamt für Kultur/mc/pg)

Ausstellung Swiss Design Awards 2016
– Ausstellungseröffnung und Preisverleihung Swiss Design Awards (Schweizer Designpreise & Schweizer Grand Prix Design): Dienstag 14. Juni, Halle 3 (neuer Ausstellungsort), Messe Basel, 18-22 Uhr
– Design Day: Mittwoch 15. Juni, Halle 3 (neuer Ausstellungsort), Messe Basel, von 14-18 Uhr

Die Ausstellung Swiss Design Awards 2016 findet vom 14. – 19. Juni 2016 in der Halle 3 (neuer Ausstellungsort), Messe Basel jeweils 11-19 Uhr statt. Der Eintritt ist frei

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