Sibirien öffnet seine Naturschätze für sanften Tourismus

Sibirien öffnet seine Naturschätze

(Copyright: Olympia Reisen Sibir)

Wiesbaden – Lässt man die bekannten Stereotypen über Sibirien einmal ganz beiseite, bleibt nur das andere Extrem: Ein Land das keinen mehr loslässt, der es einmal bereist hat. Und obwohl Sibirien unendlich viel mehr zu bieten hat als seine atemberaubende Natur – von kulturellen Schätzen, familienfreundlichen Ressorts und vielem mehr muss an anderer Stelle berichtet werden -, ist es gerade diese Natur, die dem Reisenden die intensivsten Eindrücke verschafft.

Destination Sibirien live auf der ITB in Berlin 2014
Sibirien, die Region der Vielfalt, der unberührten Natur und der überwältigenden Gastfreundschaft, öffnet sich seit wenigen Jahren zunehmend für einen behutsamen Tourismus – und bündelt seine Angebote und präsentiert sich als attraktive Destination für Natur- und Aktivurlauber. Was die Region unter der neuen Dachmarke SIBERIA alles zu bieten hat, zeigt sie vom 5. bis 9. März 2014 auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin (Halle 2.1a, Stand 105) sowie in einer Meet & Greet Veranstaltung mit Präsentation am Freitag, 7. März, ab 10.30 Uhr im Saal 10 des ICC auf dem Gelände der ITB Berlin. Der Eintritt ist für Messebesucher frei.

Reisen in Sibirien: Zwei Wochen Naturerlebnis (fast) ohne Grenzen

Zwei Wochen quer durch Wald und Taiga
Eine zweiwöchige Sibirien-Tour startet in Krasnojarsk, mit ca. 1 Millionen Einwohnern der drittgrössten Stadt, und dem sich direkt anschliessenden Naturschutzgebiet Stolby. Hier wird der Besucher beeindruckt von ausgedehnten, einfach zu bewältigenden Wanderrouten durch bewaldetes, niedriges Bergland. Sie führen auch zu den berühmten, bis zu 100 Meter hohen Felssäulen (daher der Name des Parks, «Stolby»), die als achtes Weltwunder gelten und an Schönheit sogar den Baikal in den Schatten stellen sollen. Trotz dieses Anziehungspunkts ist man hier fast allein unterwegs und kann – im August übrigens bei ähnlichen Temperaturen wie in Deutschland – die Ruhe einer nahezu unberührt scheinenden Waldlandschaft geniessen.

Fischen, wandern, Sterne zählen
Mit dem Nachtzug geht es zur nächsten Station der Reise nach Abakan am nördlichen Rand des geschichtlich hoch interessanten Sayan-Gebirges. Hier ist die Entschleunigung bereits perfekt, der Reisende endgültig angekommen: Der Jeep bringt kleine Gruppen hinaus aus der Stadt und damit weg von der Zivilisation. Klettern, wandern, Kanutouren in die unberührte Wildnis unternehmen – und bei genügend Zeit im Gepäck am Lagerfeuer übernachten und bis zur Dämmerung angeln. Hier scheinen, weitab von der Stadt, nicht nur Gerüche und Farben intensiver. Die Nacht ist hier auch um Milliarden von Sternen reicher. Wer all dies geniessen, dabei aber auf Komfort nicht verzichten möchte, dem steht statt dem Zelt sogar ein einsam gelegenes Drei-Sterne-Sporthotel zur Verfügung. Im Winter ist die Gegend als Geheimtipp für Langlauf- und Alpin-Ski berühmt.

Wanderung über den Sajan-Pass
Trainierte Wanderer können von hier aus eine mehrtägige Tour über die Sajanberge ins benachbarte Tuva unternehmen. Belohnt werden sie am Ziel mit einer Erfahrung, die sibirische Nomaden seit Jahrhunderten teilen: Leben, speisen und schlafen in Jurten, den grossen Zelten der Rentierzüchter, die von einem Lagerfeuer in der Mitte geheizt werden können. Wer tiefer in diese, stark buddhistisch geprägte Kultur eintauchen möchte, findet dort zudem viele Sehenswürdigkeiten: Tempel, Museen und gastfreundliche Familien, die sich bereitwillig für Besucher öffnen.

Jagd auf den Maralhirsch – mit Kamera und Flinte
Wer lieber mit sich und der Natur allein bleiben möchte, macht sich an dieser Stelle auf, die zweite Hälfte der Tour zu absolvieren: Von Krasnojarsk über Novosibirsk und Bijsk in den wilden Altai. In diesem riesigen, gebirgigen Naturschutzgebiet ist nicht nur von Klettern über Mountainbiking und Rafting bis Gletscherwandern zu jeder Jahreszeit alles möglich, was Spass macht und ein intensives Naturerlebnis ermöglicht. Von August bis April darf hier auch auf den grossen sibirischen Hirschen (oder Maral) Jagd gemacht werden. Einen Jagdschein braucht es dazu nicht – Unerfahrene erhalten deshalb eine sorgfältige Einweisung. Grundsätzlich hilfreich ist aber eine gewisse Reiterfahrung, denn die abgelegenen Jagdgründe werden vorzugsweise mit Pferden angesteuert. In Wald und Steppe gehen die Jäger dann zu Fuss auf die Pirsch.

Eindrücke sammeln, verarbeiten – und niemals vergessen
Der Wildreichtum im Altai macht es relativ leicht, eine stattliche Jagdtrophäe zu erreichen. Die mächtigen Tiere in ihrem Lebensraum zu beobachten, sich ihnen möglichst lautlos zu nähern und so mit ihrem Umfeld zu verschmelzen sowie die innere Anspannung, die sich bei einer Jagd in der Gruppe wie von selbst auf alle Teilnehmer überträgt, sind dennoch eine prägende Erfahrung, die einem sicher nicht auf jeder Reise geboten wird. Nach einem solchen, langen Tag auf den Beinen (und nach dem einen oder anderen erholsamen Saunagang) gemeinsam in urigem Ambiente das selbst erlegte Wildbret zu geniessen, rundet den zweiten Teil der Reise auf unvergessliche Weise ab – und weckt in der Erinnerung zuhause unweigerlich den Wunsch nach mehr.

Sibirien das schlafende Land – so die wörtliche Übersetzung von Sibirien aus dem Tatarischen – ist bereits seit langem erwacht und hat die bisherigen Klischees weit hinter sich gelassen. Sibirien vereint geographisch und mental Europa und Asien, auch wenn es riesige Gebiete unberührter Tundra und Taiga gibt, die noch kein menschlicher Fuss betreten hat. «Es gibt nur noch wenige weisse Flecken auf dem Globus und Sibirien ist sicher der grösste darunter», so Bodo Thöns in seinem Reiseführer Sibirien. (pte/mc/ps)

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