Alcon startet nur mit leichtem Wachstum ins Jahr – Aktien sacken ab

Alcon startet nur mit leichtem Wachstum ins Jahr – Aktien sacken ab
Alcon-Hauptsitz in Genf.

Genf/Fort Worth – Der Augenheilmittelkonzern Alcon ist verhalten ins Jahr 2025 gestartet. Der Umsatz wuchs nur leicht und die Profitabilität geriet unter Druck. Für letzteres waren auch Kosten im Zusammenhang mit Produkteinführungen verantwortlich. Bei den Prognosen lässt Alcon auch wegen der US-Zollpolitik Vorsicht walten. Alcon-Aktien erleben zur Wochenmitte im frühen Handel einen Kurssturz.

Von Januar bis März erzielte der US-schweizerische Konzern einen Umsatz in Höhe von 2,45 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von lediglich 0,3 Prozent, wie es am Dienstag nach US-Börsenschluss hiess. In Lokalwährung resultierte ein Plus von 3 Prozent.

Damit hat sich das Wachstum im Vergleich zum vierten Quartal 2024 abgeschwächt. Damals war Alcon mit gut 6 Prozent gewachsen. Analysten hatten im Vorfeld im Durchschnitt für das Startquartal mit einem nicht-währungsbereinigten Umsatzplus von 3 Prozent gerechnet.

Im Chirurgie-Geschäft mit Implantaten, Verbrauchsmaterialien und sonstigem Equipment sank der Umsatz in Dollar gerechnet um 1 Prozent auf 1,33 Milliarden, wogegen um Währungseffekten bereinigt ein Wachstum von 2 Prozent resultiert hat. Der Bereich Vision Care (Kontaktlinsen) wiederum verzeichnete sowohl in Dollar (+1% auf 1,12 Mrd) wie in Lokalwährungen (+3%) Wachstum.

Kernmarge gibt nach
Die Kernmarge als Mass für die Profitabilität der Gruppe ging durch den Kostenanstieg belastet auf 20,8 Prozent zurück nach 22,0 Prozent im Startquartal vor einem Jahr. Die operative Marge (unbereinigt) stieg dagegen dank positiven Wertanpassungen auf Beteiligungen um 4,0 Prozentpunkte auf 19,1 Prozent.

Unter dem Strich verblieb n der Alcon-Rechnung ein Kerngewinn pro Aktie von 73 Cents nach 78 Cent im Vorjahr. Der Cashflow rückte derweil auf 384 Millionen Dollar von 341 Millionen vor Jahresfrist vor.

Vorsichtig im Ausblick
Angesichts des schwachen Marktumfelds in den USA sei der Start ins Jahr 2025 sehr gut ausgefallen, wird Firmenchef David Endicott in der Mitteilung zitiert. Auch seien neu lancierte Produkte von der Kundschaft gut aufgenommen worden. Mit Blick nach vorne rechnet Endicott mit einer Normalisierung am US-Markt und einer Wachstumsbeschleunigung in der zweiten Jahreshälfte.

Trotzdem lässt Alcon in den Prognosen fürs Gesamtjahr 2025 Vorsicht walten, auch weil aufgrund der US-Zollpolitik mit geschätzt rund 80 Millionen Dollar zusätzlichen Kosten gerechnet wird. Darüber hinaus würden die aktuell gedämpfte Geschäftsentwicklung und Annahmen zu den Lizenzaktivitäten ebenfalls die Profitabilität belasten.

Während beim Umsatz etwas höhere 10,4 bis 10,5 Milliarden Dollar (bisher 10,2-10,4 Mrd) angestrebt werden, ist die Erwartung an die operative Kerngewinnmarge auf 20 bis 21 Prozent (bisher 21-22%) gesenkt worden. Beim Kerngewinn je Aktie steht die Prognose neu bei 3,05 bis 3,15 Dollar (bisher 3,15-3,25).

Aktien sacken ab
Alcon-Aktien erleben zur Wochenmitte im frühen Handel einen Kurssturz. Die Zahlen zum ersten Quartal sowie der Ausblick der Augenheilkundespezialisten sind nicht wie erwartet ausgefallen. Analysten und Investoren reagieren enttäuscht. Gegen 9.50 Uhr verlieren die Titel 8,3 Prozent auf 72,64 Franken. In den ersten Minuten waren die Titel bis auf 71,70 Franken abgesackt. Der Gesamtmarkt (SMI) verliert zeitgleich 0,1 Prozent.

Das Urteil der Analysten lautet einstimmig: «Enttäuschend». So hat die ehemalige Novartis-Tochter sowohl mit den vorgelegten Zahlen als auch mit dem Ausblick für lange Gesichter gesorgt. «Insgesamt sehen wir diese Ergebnisse als enttäuschend an», schreibt etwa die Analystin von Bernstein.

Nicht ganz so enttäuscht zeigt sich der zuständige ZKB-Experte. «Die zahlreichen neuen Produkteinführungen wie die Unity VCS, PanOptix Pro, die Wochenlinsen Precision7 und die neusten Augentropfen Systane Pro PF werden das Wachstum von Alcon im zweiten Semester beschleunigen», heisst es in dem Kommentar. Bei den ersten zwei genannten Lancierungen kam es zu einer Zurückhaltung bei Kunden für die alten Produkte, was einen Grossteil des etwas schwächeren organischen Wachstums erkläre. Dies besorge ihn nicht. (awp/mc/pg)

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