US-Arbeitsmarkt zeigt sich zu Jahresbeginn überraschend robust
Washington – Der US-Arbeitsmarktbericht ist im Januar stärker als erwartet ausgefallen. Die Beschäftigtenzahl stieg deutlich und die Arbeitslosenquote ging zurück, wie das US-Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Zudem sind die Stundenlöhne stärker als erwartet geklettert. Die Zahlen dämpfen nach Einschätzung von Ökonomen die Aussicht auf baldige Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank Fed.
Die Beschäftigtenzahl ausserhalb der Landwirtschaft stieg um 130’000 Stellen. Volkswirte hatten im Schnitt mit lediglich 65’000 neuen Stellen gerechnet. Allerdings wurde der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten um insgesamt 17’000 Stellen nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt eine unveränderte Quote erwartet.
Höhere Stundenlöhne
Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent zu. Volkswirte hatten einen Wert von 0,3 Prozent erwartet. Im Dezember hatte das Lohnplus bei revidiert 0,1 Prozent (zunächst 0,3) gelegen. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne im Januar wie erwartet um 3,7 Prozent. Im Vormonat hatte der Anstieg 3,8 Prozent betragen.
US-Notenbankchef Jerome Powell hatte sich zuletzt vorsichtig mit Blick auf weitere Zinssenkung geäussert. Er dürfte sich in dieser Haltung bestätigt sehen.
«Spannend dürfte es werden, wenn der Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten auf einem robusten Kurs bleibt», kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. «Jerome Powells Nachfolger Kevin Warsh dürfte es dann schwer haben, für weitere Zinssenkungen zu plädieren. In diesem Falle muss er sich dann gleich zu Beginn seiner Amtszeit ein dickes Fell zulegen, denn für Kritik aus dem Weissen Haus wird gesorgt sein.»
Dirk Chlench, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg, schrieb: «Gleichwohl liefert der Arbeitsmarktbericht für Januar keine Vorlage für überschäumenden Optimismus.» Er verweist auf die umfangreichen Revisionen der Daten des vergangenen Jahres. «Während sich vor der Revision der Arbeitsmarktstatistik für das abgelaufene Jahr ein durchschnittlicher Beschäftigungsanstieg von knapp 50’000 errechnete, ergibt sich nach der Revision ein Beschäftigungsanstieg von nur noch 15’000.»
Der Arbeitsmarktbericht hätten eigentlich bereits am Freitag letzter Woche veröffentlicht werden sollen, wurden aber wegen des temporären und teilweisen Regierungsstillstands auf den heutigen Mittwoch verschoben. Am Freitag könnte dann der ebenfalls verschobene Inflationsbericht die Märkte bewegen. (awp/mc/pg)