CH-Verlauf: SMI legt dank Nestlé weiter zu
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt zeigt auch am Donnerstag noch keine Ermüdungserscheinungen. Bis gegen Mittag büsst der SMI zwar einen Teil der frühen Gewinne wieder ein, notiert aber noch immer im Plus. Die aktuelle Hausse dauert nun schon drei Wochen, denn von den letzten 15 Börsentagen hat der Leitindex immerhin deren 12 mit Gewinnen beendet. Am Berichtstag stützen insbesondere die nach Zahlen sehr starken Nestlé. Der positiven Grundstimmung tut auch ein Dämpfer von Seiten der US-Notenbank keinen Abbruch.
Das Fed ist mit der Publikation des jüngsten Sitzungsprotokolls im Hinblick auf Zinssenkungsphantasien auf die Bremse getreten. Es hat an seiner Sitzung von Ende Januar insbesondere die Inflations-Risiken betont. Die Notenbank lässt sich dabei ausdrücklich die Tür für eine Zinserhöhung als nächsten Schritt offen. Laut der Onlinebank Swissquote ist das Protokoll denn auch eher «hawkish» zu lesen als in Richtung einer baldigen Zinssenkung. Die hiesigen Aktien indes scheint dies zumindest vorerst nicht gross zu beeinflussen.
Der SMI verzeichnet um 11 Uhr ein Plus von 0,14 Prozent und steht bei 13’826,89 Punkten und der breite SPI legt 0,07 Prozent auf 19’048,35 Punkte zu. Das neue Allzeithoch markierte der SMI im frühen Geschäft bei 13’896. Der 30 Titel umfassende SLI hingegen büsst wegen der gekappten Gewichtung von Nestlé 0,03 Prozent auf 2191,79 Punkte ein. Im SLI kommen mittlerweile auf 20 Verlierer noch 10 Gewinner.
Getragen wird der Gesamtmarkt insbesondere von Nestlé (+2,9%). Der Nahrungsmittel-Hersteller hat mit seinen Q4-Zahlen wachstumsmässig die Erwartungen geschlagen. Zudem hat der Konzern sein neues Strategie-Update vorgestellt und auch Änderungen im Verwaltungsrat vorgenommen. Die Bank Vontobel etwa sieht den VR durch die zwei neuen Ernennungen – unter anderem Ex-SNB-Präsident Thomas Jordan – in wichtigen Kernkompetenzen gestärkt.
Gesucht sind darüber hinaus Alcon (+1,5%), während Lonza (+0,7%) oder Kühne+Nagel (+0,9%) von ihren Tageshochs klarer zurückgekommen sind.
Im Fokus stehen auch Zurich, welche nach den Jahreszahlen 0,9 Prozent nachgeben, dies nach zuletzt vier Tagen mit steigenden Kursen. Die am Morgen vorgelegten Zahlen zum Geschäftsjahr haben zwar die Erwartungen übertroffen und werden auch mehrheitlich positiv kommentiert. Allerdings wird das gute Ergebnis auch relativiert, mit dem Hinweis auf Wetterglück.
Grösste Verlierer sind aber weiterhin Amrize (-3,4%). Hier kommt es nach dem Hoch vom Vortag (+13%) im Anschluss an die Jahreszahlen zu Gewinnmitnahmen.
Verkauft werden auch Straumann (-2,9%). Die Titel büssen damit mehr ein, als sie am Vortag im Anschluss an das Jahresergebnis zugelegt hatten. So hat etwa Morgan Stanley das im Vergleich zu anderen Finanzinstituten bereits tiefe Kursziel noch einmal gesenkt und die Einstufung «Underperform» bekräftigt.
Klare Verluste verzeichnen auch Schindler (-1,0%) und Geberit (-0,9%).
Nach erneut schwachen Daten zum Uhrenexport im Januar fallen auch Richemont (-0,8%) und Swatch (-2,8%) zurück.
Die Aktien von ABB (-0,9%) notieren am Berichtstag zwar leicht tiefer. Sie halten sich aber bei der Marke von 70 Franken, welche sie vor einer Woche zum ersten Mal knapp überschritten hatten.
Im breiten Markt fallen Cembra mit einem kräftigen Abschlag um 5,6 Prozent auf. Grund dafür ist laut Händlern der Jahresabschluss 2025, der in einigen Teilen enttäuscht hat.
Ebenfalls jeweils nach Zahlen legen die Aktien der beiden Immobiliengesellschaften Novavest (+1,4%) und Zug Estates (+0,8%) leicht zu. (awp/mc/ps)