US-Eröffnung: Verluste – Anleger scheuen wegen Iran-Krieg Risiken

US-Eröffnung: Verluste – Anleger scheuen wegen Iran-Krieg Risiken
(Adobe Stock)

New York – Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat am Donnerstag seine jüngsten Verluste ausgeweitet. Im Fokus blieb der Iran-Krieg samt der Ölpreise, die trotz der Freigabe von Reserven durch die Internationale Energieagentur weiter stiegen. Ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent kostete zuletzt wieder rund 100 US-Dollar.

Anleger scheuten weiter Risiken. Denn zum einen wurden in irakischem Gewässer zwei Öltanker angegriffen, und zum anderen verunsicherten Aussagen von Irans neuem Religionsführer und Staatsoberhaupt. Modschtaba Chamenei forderte Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. Auch müsse «weiterhin der Hebel der Blockierung der Strasse von Hormus genutzt werden». Sie ist ein Nadelöhr der globalen Energieversorgung.

Der Dow fiel um 1,3 Prozent auf 46.801 Punkte. Der marktbreite S&P 500 sank um 1,2 Prozent auf 6.692 Zähler. Für den technologielastigen und schwankungsanfälligen Nasdaq 100 ging es um 1,5 Prozent auf 24.589 Punkte nach unten.

«Der Iran hat es mit vergleichsweise begrenzten Mitteln geschafft, den für die Weltwirtschaft so wichtigen Seetransport durch die Strasse von Hormus den mittlerweile zwölften Tag in Folge lahmzulegen», konstatierte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Die beiden brennenden Tanker vor der Küste Iraks und die Evakuierung des Ölhafens im Oman demonstrierten Irans unveränderte Bereitschaft, Öl als Waffe einzusetzen. «Solange der Iran die Strasse von Hormus kontrolliert, werden sich die Finanzmärkte nicht nachhaltig beruhigen.»

Eine Blockade der Strasse von Hormus über längere Zeit hätte dramatische Auswirkungen auf die Weltkonjunktur. Ein kräftiger Schub bei den Öl- und Gaspreisen könnte jeglichen Wirtschaftsaufschwung im Keim ersticken. Die IEA spricht bereits von der «grössten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes».

Unter den Einzelwerten stiegen dementsprechend die Ölwerte weiter an. So gewannen Exxon Mobil , Chevron und ConocoPhillips zwischen gut ein und rund zwei Prozent.

Papiere aus der Düngemittelbranche waren ebenfalls gefragt, denn die Strasse von Hormus ist auch bedeutend für den Schwefel-Bedarf, einem Bestandteil von Düngespezialitäten. Damit stiegen Mosaic um gut sechs Prozent. Die Anteilsscheine von CF Industries kletterten gar auf ein Rekordhoch; hier stand zuletzt ein Plus von fast elf Prozent zu Buche.

Gemieden wurden hingegen einmal mehr konjunktursensible Aktien. Unter den grössten Verlierern im Dow fielen Caterpillar , Goldman Sachs und 3M zwischen mehr als drei und gut vier Prozent. (AWP/mc/pg)

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