Seco-Ökonomen erwarten wegen Ölpreisschub leicht tieferes Wachstum
Bern – Die Schweizer Wirtschaft dürfte sich laut den Ökonomen des Bundes etwas schlechter entwickeln als bislang erwartet. Der Grund ist die Ölpreisexplosion.
Für 2026 prognostiziert die Expertengruppe des Bundes neu ein Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes (BIP, sporteventbereinigt) von 1,0 Prozent nach bislang 1,1 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Mittwoch mitteilte. Dies sei ein unterdurchschnittlicher Wert.
Wegen des Irankriegs habe die Expertengruppe ihre Annahmen für die durchschnittlichen Erdölpreise erhöht, so das Communiqué. Dies werde 2026 zu einer etwas höheren Inflation von +0,4 Prozent führen als bisher erwartet (+0,2%). Und die Dynamik der Konsumausgaben schwäche sich voraussichtlich ab. Ausserdem bremse das gedämpfte globale Wachstum und der starke Franken die Exportwirtschaft – was wiederum zu tiefen Investitionen führe.
Für 2027 sei dann mit einer moderaten Beschleunigung der globalen Wirtschaft zu rechnen, heisst es weiter. Insbesondere Deutschland werde sich allmählich von der aktuellen Schwächephase erholen, was die Schweizer Wirtschaft stütze. Konkret sagen die Seco-Experten für 2027 ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent voraus.
Sie betonen allerdings, dass die Risiken gross seien. Wegen des Irankriegs, aber nach wie vor auch wegen Donald Trumps Zollpolitik. Die aktuelle Prognose basiere auf der Annahme, dass die US-Importzölle auf dem aktuellen Niveau bleiben. (awp/mc/pg)