CH-Verlauf: SMI dreht deutlich ins Plus – Trump krebst zurück
Zürich – Wieder einmal hat Donald Trump mit einem Post auf seiner Plattform «Truth Social» zu einer Kehrtwende an den internationalem Finanzmärkten gesorgt. Am Montag kurz nach Mittag liess er verlauten, dass die USA und Iran in den letzten zwei Tagen «sehr gute und produktive Gespräche über eine vollständige und umfassende Beilegung unserer Feindseligkeiten» im Nahen Osten geführt hätten.
In diesem Zusammenhang habe er das Verteidigungsministerium angewiesen, alle militärischen Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für einen Zeitraum von fünf Tagen auszusetzen, vorbehaltlich des Erfolgs der laufenden Treffen und Gespräche. Die Finanzmärkte reagieren extrem euphorisch auf diese Aussagen: Während die Aktienmärkte weltweit in die Höhe schnellen, fällt der Ölpreis massiv.
Der Schweizer Leitindex SMI beispielsweise gewann innerhalb von 10 Minuten 450 Punkte bis auf über 12’500 Zähler. Aktuell notiert der SMI noch 0,8 Prozent höher auf rund 12’430 Punkten. Gleichzeitig fiel der Ölpreis (Brent) von über 110 US-Dollar kurzfristig deutlich unter 100 Dollar; aktuell sind es wieder knapp 102 US-Dollar, was einem Tagesminus von knapp 10 Prozent entspricht. Die massiven Verluste von Gold und Silber verkleinerten sich auf noch rund minus zwei Prozent.
Grösste Gewinner im SMI sind aktuell Richemont (+5,5%), Partners Group (+2,2%) und UBS (+1,7%). Am Schluss liegen Givaudan (-0,7%), Swiss RE (-0,4%) und Swiss Life (-0,2%). (awp/mc/pg)
Von einer Deeskalation sind die Kriegsparteien jedenfalls weit entfernt. Sollte es zu einer Ausweitung der Angriffe kommen, dürften die Rohölpreise erneut massiv ansteigen und die befürchteten Preisniveaus oberhalb von 120 US-Dollar erreichen, heisst es in einem Kommentar von CMC Markets. Langfristig könnten sich die Notierungen dann dort festsetzen und so entsprechende negative Folgen für Inflations- und Wirtschaftsentwicklungen nach sich ziehen. Die Anleger beginnen zu begreifen, dass sich dieser Schock nicht auf Öl beschränkt, sondern sich über die Transport-, Produktions- und Verbrauchskosten auf die gesamte Wirtschaft ausbreitet». (awp/mc/pg)