CH-Verlauf: Skepsis überwiegt zum Wochenschluss

CH-Verlauf: Skepsis überwiegt zum Wochenschluss
(Adobe Stock)

Zürich – Der Krieg im Iran bleibt das bestimmende Thema an den Märkten. Er hält nun seit vier Wochen an. Zum Wochenschluss halten sich Investoren wieder zurück, nachdem sie zu Wochenbeginn noch aufgrund einer zaghaften Hoffnung auf mögliche Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien etwas mutiger bei Aktien zugegriffen hatten. Für den SMI zeichnet sich denn auch trotz der aktuellen Verluste auf Wochensicht die erste positive Bilanz in diesem Monat ab.

«Die Märkte scheinen allmählich zu begreifen, dass Taten mehr sagen als Worte», kommentiert ein Händler. «Inmitten der Schlagzeilenrisiken und des Wortgefechts darüber, ob Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran tatsächlich stattfinden, verlegen die USA Truppen und Ausrüstung in den Nahen Osten, um sich auf eine offenbar begrenzte Bodenoffensive vorzubereiten.» Gleichzeitig gab es über Nacht von beiden Seiten Äusserungen, die konstruktiv wirkten. US-Präsident Donald Trump verschob die angedrohten Angriffe auf die Energieinfrastruktur auf Montag, den 6. April. Dass Zurückhaltung dennoch überwiegt, dürfte der Tatsache geschuldet sein, dass der Markt gegenüber den verbalen Zusicherungen von Präsident Trump zunehmend abgestumpft zu sein scheint.

Ölpreise ziehen wieder an
Die Ölpreise bleiben das deutlichste Barometer für den Stand der Dinge. Brent-Rohöl steigt zum Wochenschluss wieder über die Marke von 110 US-Dollar pro Fass.

Der SMI verliert gegen 11.05 Uhr 0,51 Prozent auf 12’577,97 Punkte. Auf 18 Verlierer kommen zwei Gewinner. Der SMIM für die mittleren Werte gibt um 0,98 Prozent auf 2862,00 Punkte nach und der breite SPI um 0,56 Prozent auf 17’565,82 Punkte.

Nachdem der Leitindex bereits in den ersten drei Handelstagen dieser Woche kräftig zugelegt – annähernd 400 Punkte -, zeichnet sich aktuell trotz der Verluste am Donnerstag die erste Gewinnwoche seit Ausbruch des Krieges Ende Februar an.

Dass der SMI nicht noch tiefer im Minus steht, verdankt er den beiden Pharmaschwergewichten Roche (unv.) und Novartis (-0,1%), die weniger stark fallen als der Markt selbst. Bei Novartis heissen Analysten einen weiteren Zukauf gut. Damit wirke der Pharmakonzern seiner bevorstehende Patent-Klippe einmal mehr entgegen.

Das dritte Schwergewicht, Nestlé, gibt mittlerweile um 0,3 Prozent nach. Im frühen Handel waren die Titel zunächst noch dank einer Kurszielerhöhung durch Barclays im Plus gewesen.

Aktuell weisen nur die Aktien der Swiss Re (+0,7%) unter den SMI-Blue Chips ein positives Vorzeichen aus. Dem stehen Verluste von 3,6 Prozent oder 25 Franken bei den Papieren der Swisscom gegenüber, die Ex-Dividende (26 Fr.) gehandelt wird, womit sie an sich leicht positiv wären.

Derweil sind die Abgaben zwischen 3,1 und 1,8 Prozent bei den Aktien von ABB, Logitech und Holcim sehr echt. Händler verweisen auf eine Branchenstudie von Bernstein, die auf baunahen Werten wie Holcim, Geberit (-0,8%) und Sika (-0,1%) laste.

Generell lasten auch die Vorgaben der Wall Street auf einzelnen Branchen am Schweizer Markt. Am Donnerstag war der Nasdaq 100 erneut abgesackt. Vor allem Halbleiter-Titel kamen unter die Räder. Das strahle auch auf die hiesigen Vertreter wie VAT, Comet und Inficon ab, die sich um bis zu 5,3 Prozent verbilligen.

Klar schwächer sind auch Barry Callebaut (-4,3%), nachdem die Experten von Barclays die Aktien in einer Branchenstudie auf «Underweight» heruntergestuft haben.

In den hinteren Reihen fallen Schlatter nach schwachen Zahlen mit -2,5 Prozent klar zurück. Auch Edisun (-3,6%) sind nach Zahlen im Angebot. (awp/mc/pg)

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