Trotz Iran-Krieg: Deutsche Exporte legen im April überraschend weiter zu
Wiesbaden – Die deutsche Wirtschaft hat ihre Ausfuhren auch im April trotz des Iran-Kriegs gesteigert. Im Vergleich zum März legten die Ausfuhren um 0,9 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten im Schnitt einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Zuwachs bei den Ausfuhren sogar 3,6 Prozent. Die Werte sind bereinigt um Kalender- und Saisoneffekte. Die Importe nahmen gegenüber März um 1,2 Prozent zu und im Jahresvergleich zu April 2025 um 6,2 Prozent.
Während sich der Wert der Exporte im April auf 136,6 Milliarden Euro belief, wurden Waren im Wert von 122,1 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt. Daraus ergab sich ein Exportüberschuss von 14,5 Milliarden Euro nach 14,7 Milliarden Euro im März.
USA-Exporte legen gegenüber März leicht zu
Auch im April blieben die USA wichtigster Aussenhandelsmarkt für Deutschland – die Exporte in die Vereinigten Staaten hatten einen Wert von 11,4 Milliarden Euro. Das waren zwar 1,8 Prozent mehr als noch im März dieses Jahres, verglichen mit April 2025 ergab sich jedoch ein Minus von 12,9 Prozent. Die Ausfuhren in die Volksrepublik China gaben im Vergleich zum März um 3,5 Prozent nach auf 5,8 Milliarden Euro.
Auch in das Vereinigte Königreich lieferten die deutschen Unternehmen weniger – hier fielen die Exporte seit März um 9,5 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Dagegen nahmen die Ausfuhren in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) im Vergleich zu März um 1 Prozent zu auf 79,1 Milliarden Euro.
Die Folgen des Iran-Kriegs mit hohen Energiepreisen bremsen die Erholung der deutschen Wirtschaft. So verteuern die gestiegenen Ölpreise den Warentransport für die Unternehmen. (awp/mc/ps)